Windpark in Carlow: Energiewende nur mit Bürgerbeteiligung und kommunalem Nutzen
Windpark Carlow: Energiewende mit Bürgerbeteiligung

Windpark in Carlow: Energiewende nur mit Bürgerbeteiligung und kommunalem Nutzen

In der Gemeinde Carlow im Landkreis Nordwestmecklenburg zeichnet sich ein bedeutendes Projekt für die lokale Energieversorgung ab. Auf einer Fläche von rund 50 Hektar im Nordosten der Gemeinde, zentral zwischen Lindow und Klein Rünz gelegen, könnte ein Windpark mit bis zu fünf modernen Windkraftanlagen entstehen. Die Gemeindevertretung hat kürzlich die Aufstellung einer Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen, um das Gebiet als sogenanntes Sonstiges Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Windenergienutzung“ festzulegen.

Bürger und Gemeinde im Fokus der Planungen

Bürgermeister Reinhard Wienecke betonte bei der Gemeindevertretersitzung, dass dieses Projekt sich fundamental von bisherigen Vorhaben unterscheidet. „Wir haben hier ein Projekt, wo wir als Gemeinde tatsächlich am Ende – anders als bei den Projekten, die wir schon kennen – auch was davon haben und wir auch die Bürgerinnen und Bürger beteiligen können in Form einer Energiegenossenschaft“, erklärte Wienecke. Im Vorfeld wurden in der sogenannten Dorfklima.Werkstatt bereits konkrete Möglichkeiten diskutiert, wie eine solche Genossenschaft funktionieren könnte.

Die Diskussionen umfassten unter anderem:

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  • Die konkreten Leistungen, die eine Energiegenossenschaft erbringen könnte
  • Mögliche Projekte, die angegangen werden sollten
  • Förderung kleiner Netzwerke in den Dörfern
  • Möglichkeiten angepasster Stromkosten für die Bürger
  • Direkte finanzielle Förderung durch Gewinnbeteiligung

Hintergrund: Die Dorfklima.Werkstatt

Die „Dorfklima.Werkstatt“ ist Teil des Landesprogramms MV tut was. Klimaschutz vor Ort. Dieses Programm versteht Klimaschutz als Chance für Beteiligung, Zusammenhalt und regionale Entwicklung der Kommunen im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns. Das zweijährige Programm von März 2025 bis Februar 2027 zielt darauf ab, konkrete Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen, den Nutzen von Klimaschutz vor Ort sichtbar zu machen und gemeinsam mit Bürgern, Unternehmen, Kommunen sowie jungen Menschen Klimaschutzprojekte anzustoßen.

Strategische Planung und offene Fragen

Ein wichtiger Aspekt der Planungen ist der strategische Hintergrund. Wie Bürgermeister Wienecke erläuterte, möchte die Gemeinde mit der Ausweisung der Fläche der Landesraumplanung zuvorkommen, die bei anderen Gebieten die Kommune nicht konsultieren würde. „Diese Anerkennungsfläche trägt zum Windziel bei. Und wenn wir die erreichen, führt das dazu, dass in unserer Region nicht mehr so viel zusätzlich gebaut wird“, so der Bürgermeister.

Allerdings sind noch zahlreiche Fragen zu klären, bevor das Projekt realisiert werden kann. Wienecke nannte mehrere zentrale Punkte:

  1. Wie kommt die Gemeinde zu einem Bürgerwindrad?
  2. Wie kann die Strompreis-Bürgerbeteiligung über eine entsprechende Plattform organisiert werden?
  3. Wie kann die Gemeinde in die Kommanditgesellschaft für die restlichen Windanlagen einsteigen?

Aus der Diskussion bei der Gemeindevertretung ging zudem hervor, dass weiterer Klärungsbedarf besteht bezüglich einer möglichen Höhenbegrenzung der Windkraftanlagen und der Frage, ob deren Rotorblätter die Teilfläche überragen dürfen.

Vorsichtiger Fortschritt mit klaren Bedingungen

Wienecke betonte, dass der bei der jüngsten Sitzung gefasste Beschluss zunächst nur dazu dient, den Flächennutzungsplan überhaupt anzufassen und daran zu arbeiten. „Ich werde hier keinen Satzungsbeschluss unterschreiben, wenn ich das nicht alles in Sack und Tüten habe. Weil das genau das ist, warum wir uns damit beschäftigen und das hier machen: Dass wir tatsächlich etwas davon haben“, versicherte der Bürgermeister.

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Die Gemeinde Carlow hat in den kommenden Jahren ambitionierte Pläne und will ihre Zukunft aktiv gestalten. Mit dem Thema Energiewende beschäftigt sich die Gemeinde schon seit Längerem intensiv. Die Fläche, die für den möglichen Windpark vorgesehen ist, wird derzeit als Ackerland genutzt und würde die Errichtung von bis zu fünf Windenergieanlagen modernen Typs ermöglichen. Die Gemeinde möchte damit ihren Beitrag zur Verbesserung der nachhaltigen, lokalen Energieversorgung und zum Erreichen der Ausbauziele für Windenergieanlagen leisten – allerdings nur unter der Bedingung, dass Bürger und Gemeinde angemessen beteiligt werden und von dem Projekt profitieren.