Deutsche Bank kehrt 2026 zur Präsenz-Hauptversammlung zurück - Wechselmodell geplant
Deutsche Bank: Hauptversammlung 2026 wieder in Präsenz

Deutsche Bank plant Rückkehr zu physischen Aktionärstreffen

Frankfurt am Main - Nach sieben Jahren Pause kehrt die Deutsche Bank zu ihren traditionellen Hauptversammlungen in Präsenz zurück. Für das Jahr 2026 hat der größte deutsche Geldhauskonzern angekündigt, seine Aktionärinnen und Aktionäre wieder persönlich in Frankfurt zu empfangen. Die letzte physische Hauptversammlung fand im Jahr 2019 statt, bevor die Corona-Pandemie zu einem Umstieg auf reine Online-Formate zwang.

Wichtige Personalentscheidungen und Vergütungsanpassungen

Bei der für den 28. Mai 2026 geplanten Präsenzveranstaltung steht eine bedeutende Personalentscheidung an: Der seit vier Jahren amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Wynaendts stellt sich zur Wiederwahl. Nach der erwarteten Bestätigung durch die Hauptversammlung soll der Niederländer erneut zum Vorsitzenden des Kontrollgremiums gewählt werden.

Parallel dazu plant die Deutsche Bank deutliche Vergütungssteigerungen für ihre Aufsichtsratsmitglieder. Die feste jährliche Grundvergütung soll von bisher 300.000 Euro auf 350.000 Euro angehoben werden. Besonders markant fällt die Erhöhung für den Aufsichtsratsvorsitzenden aus: Statt 950.000 Euro soll Wynaendts künftig 1,15 Millionen Euro erhalten. Auch sein Stellvertreter profitiert mit einer Steigerung um 75.000 Euro auf nunmehr 550.000 Euro jährlich.

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Wechselmodell zwischen Präsenz und Digitalformaten

Die Rückkehr zur Präsenzveranstaltung bedeutet jedoch keinen vollständigen Abschied vom digitalen Format. Die Deutsche Bank hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, künftig mindestens alle vier Jahre eine Hauptversammlung in physischer Form abhalten zu wollen. Damit etabliert das Institut ein Wechselmodell, das sowohl den Wünschen der Aktionäre als auch wirtschaftlichen Erwägungen Rechnung trägt.

„Mit der Präsenzveranstaltung kommen wir auch dem Wunsch von Anteilseignern entgegen“, erklärte Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts. Aktionärsvertreter hatten das reine Online-Format wiederholt kritisiert und bemängelt, dass Aktionäre dabei nur als „Zaungäste“ fungierten und die Kommunikation zu steif verlaufe.

Gesetzliche Grundlagen und wirtschaftliche Überlegungen

Seit der Corona-Pandemie ermöglicht es die Gesetzgebung Unternehmen, Hauptversammlungen ausschließlich digital abzuhalten. Viele Konzerne nutzten diese Möglichkeit dauerhaft, da Online-Veranstaltungen deutlich kostengünstiger sind als Präsenztreffen. Zudem entfallen bei virtuellen Formaten potenzielle Störaktionen am Veranstaltungsort.

Dennoch bleibt die Hauptversammlung als wichtigstes Entscheidungsgremium einer Aktiengesellschaft neben Vorstand und Aufsichtsrat unverzichtbar. Einmal jährlich erhalten Aktionäre hier die Gelegenheit, der Unternehmensführung persönlich ihre Meinung zu sagen und über zentrale Fragen wie Dividendenausschüttungen oder die Besetzung des Aufsichtsrats abzustimmen.

Bedeutung für Aktionärsdemokratie und Unternehmenskultur

Die geplante Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen unterstreicht die Bedeutung direkter Begegnungen zwischen Aktionären und Unternehmensführung. Während digitale Formate praktische Vorteile bieten, ermöglichen physische Treffen intensivere Diskussionen und persönlichere Begegnungen, die für die Aktionärsdemokratie wesentlich sind.

Die Deutsche Bank folgt mit ihrer Entscheidung einem Trend, der sich bei verschiedenen deutschen Konzernen abzeichnet: Nach Jahren rein digitaler Hauptversammlungen kehren immer mehr Unternehmen zu hybriden oder alternierenden Modellen zurück, die die Vorteile beider Formate kombinieren.

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