Grundsteuer-Reform: Kommunen kassieren mehr - Versprechen der Aufkommensneutralität gebrochen
Grundsteuer-Reform: Kommunen kassieren mehr

Grundsteuer-Reform: Kommunen nutzen Reform für höhere Einnahmen

Das Versprechen der Aufkommensneutralität bei der Grundsteuer-Reform wurde in mehreren Bundesländern gebrochen. Städte und Gemeinden haben die Neuregelung genutzt, um ihre Steuereinnahmen teilweise deutlich zu steigern, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen.

Bayern führt mit deutlichem Plus

In Bayern haben die Kommunen im Jahr 2025 durchschnittlich 10,4 Prozent mehr an Grundsteuer eingenommen als vor der Reform. Dieser Anstieg ist der höchste unter allen Flächenländern Deutschlands. Das Bayerische Landesamt für Steuern betonte zwar den politischen Willen der Staatsregierung, die Einnahmen nicht zu erhöhen, verwies aber gleichzeitig auf die Entscheidungsfreiheit der Gemeinden bei der Festsetzung der Hebesätze.

Unterschiedliche Entwicklungen in den Bundesländern

Die Entwicklung der Grundsteuereinnahmen fällt in den verschiedenen Bundesländern sehr unterschiedlich aus:

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  • Steigerungen: Hessen (+3,7%), Niedersachsen (+1,7%), Sachsen (+1,1%), Baden-Württemberg (+0,3%)
  • Rückgänge: Thüringen (-6,0%), Sachsen-Anhalt (-5,3%), Nordrhein-Westfalen (-4,0%), Saarland (-2,3%), Brandenburg (-1,7%), Mecklenburg-Vorpommern (-1,4%), Rheinland-Pfalz (-0,4%), Schleswig-Holstein (-0,2%)

Für die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin lagen zum Zeitpunkt der Erhebung noch keine vollständigen Zahlen vor.

Bundesweite Bilanz bleibt konstant

Trotz der regionalen Unterschiede blieben die bundesweiten Einnahmen aus den Grundsteuern A und B im Jahr 2025 konstant bei 14,5 Milliarden Euro. Diese Gesamtstabilität täuscht jedoch über die erheblichen Verschiebungen zwischen den einzelnen Bundesländern und Kommunen hinweg.

Hintergrund der Reform

Die Reform der Grundsteuer wurde notwendig, nachdem das Bundesverfassungsgericht die bisherige Berechnungsmethode für verfassungswidrig erklärt hatte. Die ursprüngliche Absicht war, die Neuregelung aufkommensneutral zu gestalten – also weder zu Mehreinnahmen noch zu Mindereinnahmen für die Kommunen zu führen. Wie die aktuellen Zahlen zeigen, wurde dieses Ziel in der Praxis jedoch nicht überall erreicht.

Die unterschiedliche Handhabung der Hebesätze durch die Kommunen führt zu einer neuen Ungleichheit bei der Grundsteuerbelastung in Deutschland. Während einige Hausbesitzer von niedrigeren Steuern profitieren, müssen andere deutlich mehr zahlen – abhängig davon, in welcher Kommune ihr Grundstück liegt.

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