Union und SPD erwägen Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel
Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel im Gespräch

Politische Debatte um Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel

Die anhaltend hohe Inflation und die gestiegenen Energiepreise treiben die Kosten für Lebensmittel in die Höhe. Als mögliche Gegenmaßnahme wird in politischen Kreisen nun intensiv über eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel diskutiert. Nachdem zunächst Vertreter von Gewerkschaften und der SPD entsprechende Vorschläge gemacht hatten, zeigen sich nun auch führende Politiker der Unionsfraktion offen für eine solche Steuerentlastung.

Unionspolitiker signalisieren Zustimmung

Der Verbraucherschutzbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Sebastian Steineke, äußerte sich im Handelsblatt positiv zu den Überlegungen. "Die Senkung oder gar Abschildung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ist grundsätzlich bedenkenswert", erklärte Steineke. Diese Position wird von weiteren Unionspolitikern geteilt.

Unionsfraktionschef Jens Spahn hatte in einem Interview bereits die komplette Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ins Spiel gebracht. Auch Dennis Radtke, Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, bezeichnete eine Mehrwertsteuersenkung bei Grundnahrungsmitteln als "denkbare Form der Entlastung".

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SPD-Forderung nach fokussierter Steuerstreichung

Auf Seiten der SPD plädiert der Fraktionsvize und Seeheimer-Kreis-Chef Esra Limbacher ebenfalls für eine Mehrwertsteuerstreichung, jedoch mit einem spezifischen Fokus. "Wir können dafür sorgen, dass die Teuerung bei Energie und Lebensmitteln nicht ungebremst in den Geldbeuteln der Deutschen landet", so Limbacher gegenüber der Bild-Zeitung. Seine Forderung zielt auf eine Senkung der Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel auf null Prozent ab.

Gewerkschaften fordern sozialen Ausgleich

Die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Yasmin Fahimi, unterstützt die Idee einer Steuerstreichung mit einem zusätzlichen Vorschlag. "Die ermäßigte Mehrwertsteuer von sieben auf null Prozent zu senken, wäre ein starkes Signal, insbesondere für Geringverdiener", sagte Fahimi dem Tagesspiegel. Als Gegenfinanzierung schlägt sie eine deutlich höhere Mehrwertsteuer auf Luxusgüter vor, die vor allem Besserverdienende treffen würde.

Aktuelle Steuersätze und politische Perspektiven

Derzeit gilt für die meisten Waren in Deutschland ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Für ausgewählte Lebensmittel wird ein reduzierter Satz von sieben Prozent angewendet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nicht ausgeschlossen, dass im Rahmen geplanter Entlastungen für Arbeitnehmer und Unternehmen Änderungen an der Besteuerung vorgenommen werden könnten.

Die Diskussion zeigt, dass die steigenden Lebenshaltungskosten zunehmend politischen Handlungsdruck erzeugen. Ob aus den Überlegungen konkrete Gesetzesinitiativen entstehen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass sowohl Union als auch SPD das Thema als wichtigen Baustein für Verbraucherentlastungen betrachten.

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