Geldanlage im Ruhestand: 7 fatale Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten
Ruhestand: 7 Fehler bei der Geldanlage vermeiden

Geldanlage im Ruhestand: Sieben fatale Fehler, die Ihr Vermögen gefährden

Wer es sich leisten kann, sollte sein Erspartes auch im Ruhestand nicht einfach auf dem Girokonto parken. Dort ist es zwar schnell verfügbar, bringt aber keine Zinsen. Doch wie geht man Investments in diesem Alter clever an? Ein strukturierter Finanzplan ist der Schlüssel, um häufige Fallstricke zu umgehen und die Kaufkraft langfristig zu erhalten.

Die Bedeutung eines Finanzplans

„Wichtig ist vor allem, einen Finanzplan zu haben“, sagt Carmen Bandt von der Kidron Vermögensverwaltung. Darin wird festgehalten, wie viel Geld für die Lebenshaltung benötigt wird und wie viel davon aus festen Einkünften wie Renten oder Mieteinnahmen gedeckt werden kann. So lässt sich die Deckungslücke berechnen und klären, wie diese durch Geldanlagen aufgefüllt werden kann. Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf warnt: „Beim Aufstellen eines Finanzplans wird häufig die Inflation vergessen.“ Sie muss zwingend berücksichtigt werden, da sie die Kaufkraft des Geldes im Laufe der Zeit verringert.

Sieben Fehler, die Ruheständler unbedingt vermeiden sollten

  1. Lebenshaltungskosten unrealistisch kalkulieren: Reisen, Hobbys und Instandhaltung werden oft unterschätzt. Roland Schmack von der Vermögensverwaltung Meine Werte rät, bereits vor Rentenbeginn ein Haushaltsbuch zu führen, um den benötigten Betrag realistisch zu kalkulieren.
  2. Keinen strukturierten Entnahmeplan haben: Ohne klar definiertes Entnahmekonzept besteht das Risiko, entweder zu viel Kapital zu verbrauchen oder unnötig restriktiv zu leben. Tobias Zauner von der Vermögensverwaltung Das Wertehaus empfiehlt, bis zum 95. oder 100. Lebensjahr zu planen.
  3. Zu konservative Anlagestrategie: Nur auf Tagesgeld und Bargeld zu setzen, führt inflationsbedingt zu schleichendem Vermögensverlust. Ein moderater Aktienanteil mit breit gestreuten Fonds oder ETFs ist für Kaufkrafterhalt und Wachstum unverzichtbar.
  4. Schulden mit in den Ruhestand nehmen: Schulden sollten möglichst zu Rentenbeginn getilgt sein, aber im Einzelfall können sie Teil eines durchdachten Altersvorsorgeplans sein, etwa bei geplantem Immobilienverkauf.
  5. Kosten für mögliche Pflege außer Acht lassen: Die eigene Pflege stellt ein großes finanzielles Risiko dar. Oliver Jungmann von der Hoppe Vermögensbetreuung veranschaulicht, dass bei durchschnittlicher Pflegedauer von 8,2 Jahren rund 220.000 Euro aus eigenem Vermögen aufgebracht werden müssen.
  6. Steuerliche Fehlplanung: Viele glauben, in der Rentenphase kaum Steuern zu zahlen, doch bei vermieteten Immobilien oder Kapitalvermögen kann das ein Trugschluss sein. Jürgen Münch von der Fiduka-Depotverwaltung rät, die Abgeltungsteuer von 25 Prozent zu berücksichtigen.
  7. Emotional bei Kursschwankungen reagieren: Panikverkäufe in turbulenten Börsenphasen gefährden den langfristigen Plan. Schmack empfiehlt, Lebenshaltungskosten für die ersten zwei bis drei Jahre liquide zu halten, um in Schwächephasen nicht zu Tiefstpreisen verkaufen zu müssen.

Fazit: Eine durchdachte Strategie mit Finanzplan, realistischer Kalkulation und moderater Risikostreuung ist entscheidend, um im Ruhestand finanziell abgesichert zu bleiben und den gewohnten Lebensstil aufrechtzuerhalten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration
Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram