Höffner-Markt in Schwerin: Stadt gibt grünes Licht, doch Eröffnung lässt auf sich warten
Die Stadt Schwerin hat den Weg für die Ansiedlung des Möbelhändlers Höffner in Krebsförden freigemacht. Im November des vergangenen Jahres beschloss die Stadtvertretung eine Änderung des Bebauungsplans, um Planungsrecht für das Projekt zu schaffen. Trotz dieser positiven Entwicklung müssen sich Interessenten noch gedulden, da die Eröffnung frühestens für das Jahr 2028 vorgesehen ist.
Planungsrecht geschaffen, aber Bauantrag steht noch aus
Andreas Thiele, Leiter des Fachdienstes Stadtentwicklung und Stadtplanung, erklärt, dass durch die Änderung des B-Plans „Krebsförden – Sondergebiet Grabenstraße / Ellerried“ die rechtlichen Voraussetzungen für Möbel Höffner geschaffen wurden. „Die Stadt hat alle zeitlichen Zusagen eingehalten“, betont Thiele. Der Investor könne nun einen Bauantrag einreichen, doch in diesem Jahr werde voraussichtlich nichts mehr passieren.
Die Krieger-Gruppe, zu der Höffner gehört, plant zunächst Investitionen in andere Märkte, bevor die Planungen für Schwerin vorangetrieben werden. Dies bedeutet eine Verzögerung für das Projekt, das auf dem Grundstück des ehemaligen Hammer-Marktes in der Grabenstraße realisiert werden soll.
Neubau mit großer Verkaufsfläche geplant
Im Januar vergangenen Jahres bestätigte Edda Metz, Geschäftsführerin der Krieger-Gruppe, dass auf dem Gelände eine Höffner-Filiale entstehen soll. Geplant ist ein Neubau mit einer Verkaufsfläche von bis zu 30.000 Quadratmetern. Damit würde einer der größten deutschen Möbelhändler erstmals in Schwerin Fuß fassen, in unmittelbarer Nähe zum bereits bestehenden Sconto-Markt am Sieben Seen Center, der ebenfalls zur Krieger-Gruppe gehört.
Eine aktuelle Anfrage der Redaktion zu konkreten Zeitplänen blieb bislang unbeantwortet, was die Unsicherheit über den genauen Starttermin unterstreicht.
Kritische Stimmen und politische Kontroversen
Von der geplanten Ansiedlung werden positive Effekte wie neue Arbeitsplätze und eine Steigerung der Attraktivität des Standortes erwartet. Allerdings gibt es auch Bedenken. Lisa Haus, Hauptgeschäftsführerin der IHK, warnte gegenüber der Presse vor einem „Verdrängungswettbewerb, der den Unternehmen in der Region um die Landeshauptstadt Schwerin schaden wird“.
Zusätzlich sorgte ein politischer Vorfall für Aufsehen: Firmenchef Kurt Krieger soll 18.000 Euro an die AfD in Chemnitz gespendet haben, was dazu führte, dass die Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Die Linke) ihre Teilnahme an einer Unternehmerveranstaltung absagte. In Rostock gibt es ebenfalls Pläne für eine zweite Höffner-Filiale, was die regionale Dynamik im Einzelhandel weiter anheizt.
Insgesamt bleibt die Situation in Schwerin gespannt: Während die Stadt die Weichen für den Möbelriesen gestellt hat, müssen Bürger und Unternehmen auf konkrete Fortschritte warten. Die Entwicklung wird die lokale Wirtschaft und den Wettbewerb im Einzelhandel nachhaltig prägen.



