Sicherheitstraining in Ribnitz-Damgarten: Lebensrettende Übungen im Wasser
In der Bodden-Therme Ribnitz-Damgarten fand am Dienstag, dem 31. März, ein außergewöhnliches Sicherheitstraining statt. Unter dem Motto "Skippis fit machen" übten rund 20 Teilnehmer unter Anleitung der Landeswasserschutzpolizei Mecklenburg-Vorpommern und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft das richtige Verhalten bei Wassernotfällen. Das Training richtete sich speziell an Kinder und Angler, um maritime Sicherheit praxisnah zu vermitteln.
Mutiger Einsatz eines jungen Rollstuhlfahrers
Ein besonderer Höhepunkt war der Einsatz des 10-jährigen Thore Hunsemann aus Marlow. Der junge Angler, der seit drei Jahren diesem Hobby nachgeht und im Rollstuhl sitzt, ließ sich mutig ins Wasser kippen. Mit einem dumpfen Platschen landete er im Becken, worauf sich sofort seine selbstaufblasbare Schwimmweste öffnete. "Bei diesem Training werde ich auf die Probe gestellt", erklärte Thore nach der Übung. Zwar gab er zu, mit dem Rollstuhl zunächst etwas Angst gehabt zu haben, doch mit der Schwimmweste konnte er gut umgehen und demonstrierte dies mit sicheren Schwimmbewegungen.
Präventionsarbeit der Wasserschutzpolizei
Petra Kieckhöfer vom Landeswasserschutzpolizeiamt betonte die Bedeutung solcher Trainings: "Wir sehen nicht selten, dass Kinder auf der Ostsee oder auf Seen ohne Rettungsweste mit ihren Eltern unterwegs sind. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, maritime Sicherheit praxisnah zu vermitteln." Seit Jahren setzt die Behörde auf Prävention, da das Wissen um Sicherheit auf dem Wasser lebenswichtig sein kann. Die Beamten freuten sich besonders über aktive Kinder wie Thore, die sich der Herausforderung stellten.
Vielfältige Rettungsübungen und praktische Tipps
Das Training umfasste verschiedene Stationen:
- Schwimmen im Team mit Rettungswesten, wobei die Teilnehmer Rettungsweste an Rettungsweste auf dem Rücken ans sichere Ufer beziehungsweise zum Beckenrand gelangten
- Einsatz von Rettungsringen, Bojen und Bällen an der Wurfleine unter Anleitung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Ribnitz-Damgarten
- Praxis mit einer Rettungsinsel im Wellenbecken, bei der das Ein- und Aussteigen geübt wurde
- Wasserbad mit Wathose zur Simulation von Gefahrensituationen für Angler
Nicole Ristow, Vorsitzende der Ortsgruppe der Lebensrettungsgesellschaft, erklärte: "Wir tun alles dafür, Prävention und Aufklärung an Kinder weiterzugeben. Damit die Kinder im Ernstfall vom Ufer aus helfen können." Die eingesetzten Mittel seien einfach, könnten im Notfall aber Leben retten.
Gefahrenbewusstsein für Angler
Ein besonderer Fokus lag auf der Sicherheit von Anglern. Claudia Thürmer, stellvertretende Geschäftsführerin des Landesanglerverbands MV, wies auf die Risiken hin: "Nicht selten gehen Angler mit Wathosen ins tiefere Wasser, ohne die Folgen eines Wellenschlags zu berücksichtigen. Das kann lebensgefährlich sein." Beim Training erlebten die Teilnehmer, wie sich beim simulierten Sturz ins Wasser die Schwimmweste aufbläst und übten das Überbordgehen in normaler Kleidung mit anschließender Rettung.
Thürmer betonte: "Eben dafür sei das 'Skippie-Training' gedacht. Die Teilnehmer trainieren das Überbordgehen in Shirt und Hose mit nachfolgender Rettung, erleben das Gefühl, wenn sich beim simulierten Sturz ins Wasser die Schwimmweste aufbläst." Durch diese praktischen Erfahrungen würden mögliche Gefahrensituationen gemeistert.
Vorbereitung auf die Angelsaison
Die rund 20 aktiven Teilnehmer zeigten sich nach dem Training bestens gerüstet für die anstehende Angelsaison. Nicht nur für sich selbst, sondern auch um im Notfall Freunden helfen zu können. Das Sicherheitstraining in der Bodden-Therme Ribnitz-Damgarten bewies einmal mehr, wie wichtig regelmäßige Übungen und die Zusammenarbeit zwischen Wasserschutzpolizei, Rettungsorganisationen und Angelverbänden für die Sicherheit am und im Wasser sind.



