Tragödie im Mittelmeer: 19 Tote nach Bootsunglück vor Lampedusa geborgen
Die italienische Küstenwache hat eine traurige Bergungsaktion abgeschlossen: Nach dem Kentern eines Bootes mit Geflüchteten wurden 19 Leichen aus dem Mittelmeer geborgen. Insgesamt konnten 58 Migranten gerettet werden, darunter fünf Kinder, die auf die Insel Lampedusa gebracht wurden. Drei weitere Personen werden noch vermisst, wie Rettungskräfte und Hilfsorganisationen am Mittwoch mitteilten.
Details zum Unglück und den Opfern
Bei den Toten handelt es sich um 18 Männer und eine Frau. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration und der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen starben sie vermutlich an Unterkühlung. Das Boot war am 30. März im westlibyschen Abu Kammasch gestartet und hatte Migranten aus dem Sudan, Sierra Leone, Gambia, Nigeria, Ghana, Äthiopien und dem Südsudan an Bord.
Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch warnte vor einer erschreckenden Zunahme der Todesfälle auf See. "Die Situation ist furchtbar: Menschen treiben tagelang ohne jede Hilfe auf dem Meer", erklärte die Organisation. Schätzungen zufolge sind in den vergangenen drei Tagen mindestens 104 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen, einschließlich 18 Personen, die am Mittwoch beim Untergang eines Schlauchboots vor der türkischen Küste ertranken.
Statistische Entwicklungen und Hintergründe
Nach aktuellen Daten des italienischen Innenministeriums erreichten in diesem Jahr bislang 6.117 Migranten Italien auf dem Seeweg. Im Vergleich dazu waren es im Vorjahreszeitraum 9.215 und in den ersten drei Monaten des Jahres 2024 noch 11.416. Die Internationale Organisation für Migration schätzt, dass die Zahl der bekannten Todesfälle im zentralen Mittelmeer in diesem Jahr damit auf 643 gestiegen ist – einer der höchsten Werte seit 2014.
Diese Tragödie unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen auf den Mittelmeerrouten, wo trotz Rettungsbemühungen weiterhin viele Menschen ihr Leben verlieren. Die Küstenwache und Hilfsorganisationen betonen die Dringlichkeit verbesserter Sicherheitsmaßnahmen und internationaler Zusammenarbeit, um solche Katastrophen zu verhindern.



