Galatasaray-Vize stellt klare WM-Forderung für Sané
Während in Deutschland die Diskussionen um Leroy Sané und seine Formschwankungen nicht abreißen, erhält der DFB-Star unerwartete Rückendeckung aus der Türkei. Abdullah Kavukcu, Vizepräsident von Galatasaray Istanbul, formuliert im Interview mit der Sport Bild eine klare Ansage zur WM 2026 und offenbart dabei überraschende Details zur Rolle des Flügelspielers.
Völlig anderes Bild als in Deutschland
„Wir können die Vorurteile überhaupt nicht bestätigen“, stellt Kavukcu klar. „Der Leroy, den wir hier erleben, ist ein ganz anderer Mensch.“ Entgegen der in Deutschland oft kritisierten Körpersprache beschreibt der Galatasaray-Funktionär einen integrierten Teamplayer: „Er hat zu allen ein gutes Verhältnis und macht Witze. Wir lachen eigentlich die ganze Zeit nur mit ihm.“
Besonders beeindruckt zeigt sich Kavukcu von Sanés Engagement für junge Spieler. „Er hilft den jungen Spielern im Training, aber auch als Mensch.“ Diese Aussage steht im starken Kontrast zur öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland, wo Sané regelmäßig für mangelnde Konstanz und Führungsqualitäten kritisiert wird.
Transferpolitik mit Sanés Einfluss
Intern hat der deutsche Nationalspieler bei Galatasaray offenbar erheblichen Einfluss. Kavukcu schildert: „Er ist ein Teil der Familie, hat ein gutes Verhältnis zum Trainer und bringt sich ein. Manchmal empfiehlt er wie ein Scout Spieler.“
Dieser Einfluss zeigte sich konkret bei der Rückholaktion von Sacha Boey. „Wir haben bei der Rückholaktion von Sacha Boey auch nach Leroys Meinung gefragt. Er hat uns Tipps gegeben und den Spieler empfohlen“, erklärt der Vizepräsident. Sané und Boey hatten bereits beim FC Bayern München zusammengespielt, bevor sich ihre Wege im Winter der laufenden Saison erneut kreuzten.
Klare WM-Forderung des Galatasaray-Bosses
Laut Kavukcu hat Sané sein großes Ziel nie aus den Augen verloren. „Seitdem Leroy bei uns ist, redet er nur über die WM“, stellt der Funktionär klar und formuliert eine deutliche Forderung: „Er muss Stammspieler bei der WM sein.“
In statistischer Hinsicht kann Sané bei Galatasaray bislang sechs Tore und acht Assists in 35 Pflichtspielen vorweisen. Kavukcu wehrt sich jedoch gegen die Interpretation dieser Zahlen als sportlichen Rückschritt: „Der Transfer zu Gala war kein Rückschritt. Wir sind ein großer, stolzer Verein und können in Europa mit den Topteams mithalten.“
Der Galatasaray-Boss betont sogar einen besonderen Vorteil: „Was die Auswärtsfans bei europäischen Spielen angeht, sind wir sogar Spitze. Da kann selbst Bayern nicht mithalten.“
Publikumsliebling mit WM-Perspektive
Während Sané in Deutschland um seinen WM-Platz kämpft und zuletzt sogar bei Galatasaray seinen Stammplatz verloren hatte – im Champions-League-Achtelfinale gegen Liverpool spielte er insgesamt nur 45 Minuten –, ist er in Istanbul ein absoluter Publikumsliebling.
Laut Kavukcu verkauft Sané nach Victor Osimhen und Mauro Icardi die meisten Trikots des Vereins. Diese Popularität und die beschriebene Integration könnten wichtige Faktoren für seine WM-Perspektive sein.
Für die kommenden Monate gilt es für Sané und Galatasaray, den Vorsprung im türkischen Meisterschaftsrennen auf Erzrivale Fenerbahce zu wahren. Gleichzeitig muss der Nationalspieler die verbleibende Saison nutzen, um Nationaltrainer Julian Nagelsmann von seiner WM-Tauglichkeit zu überzeugen.
Die unerwartete Fürsprache aus Istanbul zeigt jedenfalls, dass das Bild von Leroy Sané deutlich komplexer ist als die oft vereinfachende deutsche Debatte vermuten lässt. Ob die WM-Forderung des Galatasaray-Vizepräsidenten Gehör findet, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.



