Der deutsche Discounter Lidl geht in Nordirland ungewöhnliche Wege: In Dundonald, einem Vorort von Belfast, entsteht neben einer bestehenden Filiale ein eigener Pub. Hintergrund sind die strengen Lizenzgesetze für den Alkoholverkauf in Supermärkten, wie die BBC berichtet.
Lidl hatte für seine Filiale keine reguläre Lizenz für den Außerhausverkauf von Alkohol erhalten. Daher entschied sich das Unternehmen, einen Pub zu bauen, da die dafür erteilte Lizenz auch den Verkauf außer Haus erlaubt. In Nordirland gibt es eine Obergrenze für lizenzierte Alkoholverkaufsstellen, und Händler müssen nachweisen, dass in einem Gebiet nicht genügend lizenzierte Betriebe vorhanden sind.
Konkurrenten reichten Klage vor dem High Court ein, da sie ein unzulässiges Schlupfloch vermuteten. Die Klage wurde jedoch im Januar 2025 abgewiesen. Das Gericht begründete, dass das Lizenzgesetz innovativen Ansätzen nicht im Wege stehe.
Lidl plant das Projekt seit sechs Jahren, wie Regionalgeschäftsführer Gordon Cruikshanks mitteilte. Die Eröffnung ist für den Sommer vorgesehen. Bis zu 60 Gäste sollen dort Bier, Wein und Spirituosen genießen können.
Lidl expandiert derzeit stark in Großbritannien: In den nächsten zwölf Monaten sind mehr als 50 neue Filialen geplant, mit Investitionen von über 600 Millionen Pfund (etwa 689 Millionen Euro).



