Zukunft von Pieper geklärt
Die insolvente Parfümeriekette Pieper hat einen neuen Eigentümer gefunden. Die französische Unternehmerfamilie Konckier wird das Unternehmen übernehmen, wie beide Seiten am Freitag mitteilten. Im laufenden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung einigte man sich auf die wesentlichen Bedingungen der Transaktion. Ziel sei es, „so viele Standorte und Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten“. Zum Kaufpreis machten die Beteiligten keine Angaben.
Partner mit jahrzehntelanger Erfahrung
„Mit der Familie Konckier gewinnt Pieper einen Partner mit mehr als 50 Jahren internationaler Erfahrung im Bereich Luxuskosmetik und Parfümerie“, heißt es in der Mitteilung. Der Investor bringe nicht nur finanzielle Unterstützung mit, sondern auch fundiertes Branchenwissen. Die Familie Konckier ist in Frankreich im Parfümeriegeschäft tätig und verfügt über ein dichtes Netzwerk in der Luxusbranche.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Der Wechsel soll zum 1. Juli erfolgen und zeitnah über einen Insolvenzplan umgesetzt werden. Die bisherige Eigentümerfamilie werde sich aus der operativen Geschäftsführung zurückziehen, hieß es weiter.
Einige Filialen bereits geschlossen
Die Stadt-Parfümerie Pieper, wie das Unternehmen offiziell heißt, hatte im November des Vorjahres beim Amtsgericht Bochum ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Im Februar wurde angekündigt, dass neun Standorte schließen müssen. Übrig bleiben noch 113 Geschäfte. Die Schließungen betreffen vor allem kleinere Filialen in Nebenlagen.
Pieper gilt als Deutschlands größte inhabergeführte Parfümeriekette. Das Unternehmen wurde 1931 in Bochum als Seifengeschäft gegründet. Firmenchef war bislang Oliver Pieper, der Urenkel der Firmengründerin Anna Pieper. Die meisten Filialen befinden sich in Nordrhein-Westfalen, weitere gibt es in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Pieper beschäftigt nach eigenen Angaben rund 770 Menschen.
Mit der Übernahme durch die Familie Konckier ist die Zukunft der traditionsreichen Kette vorerst gesichert. Die neuen Eigentümer planen, das Geschäft zu stabilisieren und langfristig weiterzuentwickeln. Ob weitere Standorte geschlossen werden müssen, ist noch unklar.



