Rewe übernimmt bis zu 40 Tegut-Märkte: Marke verschwindet, Kartellamt prüft
Rewe übernimmt Tegut-Märkte: Kartellamt prüft Übernahme

Rewe expandiert: Bis zu 40 Tegut-Märkte sollen übernommen werden

Der Lebensmittelhändler Rewe plant eine bedeutende Expansion durch die Übernahme von bis zu 40 Filialen der Supermarktkette Tegut. Wie das Unternehmen bestätigte, wurde bereits ein entsprechender Vertrag mit dem Mutterkonzern Genossenschaft Migros Zürich unterzeichnet. Die Transaktion steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt, das eine intensive Prüfung ankündigte.

Das Ende einer Marke: Tegut verschwindet vom deutschen Markt

Die traditionsreiche Marke Tegut, die 1947 in Fulda gegründet wurde, wird nach der Übernahme verschwinden. Migros hatte bereits im März angekündigt, sich aus Deutschland zurückzuziehen und die gesamte Tegut-Kette zu verkaufen. Von den insgesamt mehr als 300 Märkten will die Rewe-Gruppe bis zu 40 Standorte übernehmen, während der Lebensmitteleinzelhändler Edeka rund 200 Filialen erwerben möchte. Auch Aldi Nord zeigt Interesse an einzelnen Standorten.

Rewes Pläne: Integration und Jobangebote

Falls das Kartellamt grünes Licht gibt, plant Rewe, den Großteil der übernommenen Tegut-Märkte unter eigener Regie weiterzubetreiben. Die übrigen Standorte sollen an die Discountertochter Penny gehen. Rewe betonte, dass allen betroffenen Beschäftigten Jobangebote unterbreitet werden. Die meisten Tegut-Filialen befinden sich in Hessen, wo die Supermarktkette traditionell stark vertreten ist.

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Kartellrechtliche Bedenken: Experten erwarten strenge Prüfung

Rechtsexperten wie Rupprecht Podszun von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf äußern erhebliche Bedenken zu den geplanten Übernahmen. Der Kartellrechtler kritisiert die bereits jetzt zu hohe Marktmacht der großen Handelsketten in Deutschland und erwartet eine besonders intensive Prüfung durch das Kartellamt. Podszun hält es sogar für möglich, dass die Behörde die Vorhaben ganz oder teilweise untersagen könnte.

Marktkonzentration im deutschen Lebensmittelhandel

Die geplanten Übernahmen würden die bereits hohe Marktkonzentration im deutschen Lebensmittelhandel weiter verstärken. Rewe gehört neben Edeka, der Schwarz-Gruppe (mit Lidl und Kaufland) und Aldi zu den größten Akteuren in dieser Branche. Die Rewe-Gruppe betreibt in Deutschland bereits rund 3.800 Supermärkte unter der gleichnamigen Marke, während die Discountertochter Penny mehr als 2.100 Filialen umfasst.

Historischer Rückblick: Von Fulda in die Schweiz und zurück

Tegut blickt auf eine lange Geschichte zurück: Das Unternehmen wurde 1947 in Fulda gegründet und entwickelte sich zu einer regional bedeutenden Supermarktkette mit mehr als 300 Filialen in sechs Bundesländern. Anfang 2013 übernahm die Schweizer Genossenschaft Migros die Kette, die nun nach dreizehn Jahren den deutschen Markt wieder verlässt. Im Jahresabschluss der Migros heißt es deutlich: „Die Filialen werden zu größten Teilen an andere Lebensmitteleinzelhändler verkauft.“

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das Bundeskartellamt die geplanten Übernahmen genehmigt oder ob rechtliche Bedenken zu Einschränkungen oder sogar zur Ablehnung der Transaktionen führen werden. Die Entscheidung wird nicht nur die Zukunft der betroffenen Mitarbeiter, sondern auch die Wettbewerbssituation im deutschen Lebensmittelhandel maßgeblich beeinflussen.

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