Ein tragisches Unglück erschüttert die Crew des deutschen Forschungsschiffs „Malizia Explorer“: Ein 32-jähriger Deutscher ist bei einem Tauchgang vor der brasilianischen Inselgruppe Fernando de Noronha im Südatlantik ums Leben gekommen. Lukas W., erfahrener Segler aus Porta Westfalica in Nordrhein-Westfalen, war erst am selben Tag auf dem Archipel angekommen.
Plötzlicher Bewusstseinsverlust unter Wasser
Nach Angaben der örtlichen Polizei arbeitete der 32-Jährige an der Ankerkette eines Segelbootes, als sich sein Zustand dramatisch verschlechterte. Die Inselverwaltung berichtet, dass der Taucher unter Wasser das Bewusstsein verlor. Als Ursache wird Sauerstoffmangel im Gehirn, medizinisch als Hypoxie bezeichnet, vermutet.
Ein Begleiter bemerkte das Verschwinden von Lukas W. und setzte umgehend einen Notruf ab. Rettungskräfte zogen den Mann aus dem Wasser und begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Feuerwehr und ein Notarzt kämpften vor Ort um sein Leben. Der 32-Jährige wurde ins Krankenhaus São Lucas gebracht, wo die Ärzte jedoch nur noch seinen Tod feststellen konnten.
Forschungsschiff „Malizia Explorer“ unter Boris Herrmann
Lukas W. war Teil der Besatzung des deutschen Forschungsschiffs „Malizia Explorer“, das dem bekannten Profisportler Boris Herrmann (44) gehört. Das Team verbindet Hochseesegeln mit Klimaforschung. Auf der Internetseite des Teams heißt es: „Team Malizia ist gemeinsam mit der Familie zutiefst erschüttert.“ Der 32-Jährige sei als Backpacker unterwegs gewesen, als er im Dezember zufällig auf die Crew stieß. Da er ein erfahrener Segler war, wurde er eingeladen, an einer Atlantiküberquerung im März teilzunehmen.
Die „Malizia Explorer“ ist 26 Meter lang und für Einsätze in entlegenen Regionen konzipiert. Zuletzt war das Spezialschiff mehrere Wochen auf einer Expedition in der Antarktis unterwegs, an der auch die Umweltaktivistin Luisa Neubauer teilnahm. Das Team will mit dem Schiff weltweit Daten sammeln und auf den Zustand der Ozeane aufmerksam machen.
Traumkulisse mit strengen Regeln
Die Vulkaninseln von Fernando de Noronha sind für ihre traumhaften Strände bekannt. Die Zahl der Touristen ist streng limitiert, um die empfindliche Natur zu schützen. Der Unfall ereignete sich trotz dieser besonderen Bedingungen und wirft Fragen zur Sicherheit bei Tauchgängen abseits der Küste auf.
Boris Herrmann, der unter anderem die Vendée Globe 2024/25 segelte, ist nicht nur Berufssportler, sondern auch Umweltaktivist. Mit der „Malizia Explorer“ setzt er sich für den Schutz der Meere ein. Der tragische Tod eines Crewmitglieds überschattet nun die Forschungsarbeit des Teams.



