Ostbeauftragte erkundet Transformationsprozess in Schwedt/Oder
Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, hat sich vor Ort in Schwedt/Oder ein umfassendes Bild vom industriellen Wandel gemacht. Ihr Besuch galt den Fortschritten und Herausforderungen auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Pressesprecherin Corinna Müller berichtete in einer Mitteilung über das intensive Programm, das die Staatsministerin absolvierte.
PCK Raffinerie als Ausbildungsbetrieb im Fokus
Zum Auftakt wurde Kaiser auf dem Gelände der PCK Raffinerie GmbH empfangen. In Gesprächen mit der Unternehmensleitung, dem Betriebsrat und Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe standen aktuelle Entwicklungen und Zukunftsprojekte im Mittelpunkt. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der Raffinerie als Ausbildungsbetrieb. Bei einer Rundfahrt durch die Anlage, inklusive eines Besuchs der zentralen Messwarte, kam die Ostbeauftragte mit Nachwuchskräften und Auszubildenden ins Gespräch. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle die Fachkräfteentwicklung und Qualifizierung im Transformationsprozess spielen.
Kaiser betonte: „In Schwedt zeigen sich exemplarisch die Herausforderungen und Chancen für den Wandel zu einem umweltfreundlichen Industriestandort. Mit meinem Besuch bei der PCK-Raffinerie wollte ich mir ein umfassendes Bild davon machen, wie dieser Transformationsprozess vor Ort Fahrt aufnimmt.“ Sie unterstrich, dass für den Erdölverarbeiter der Ausbau hin zu einer klimaneutralen Produktion von entscheidender Bedeutung sei.
TRAVIS: Schlüsselprojekt für Innovation und Strukturwandel
Im Anschluss besuchte Elisabeth Kaiser das sogenannte „Neue CAMP“, wo Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe das Projekt TRAVIS (Service- und Transformationsgebäude) vorstellte. Hoppe erklärte: „Dieser Neubau ist ein Schlüsselprojekt für den Strukturwandel in Schwedt, das künftig als Schnittstelle für Innovation, Gründung und Strukturwandel dienen soll.“ Mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro setze das Projekt Maßstäbe im nachhaltigen Bauen und in der Nutzung erneuerbarer Energien.
Dank finanzieller Unterstützung durch die EU und das Land Brandenburg könne in zwei Wochen die Baustelleneröffnung für das TRAVIS gefeiert werden. Das durch den Just Transition Fund geförderte Vorhaben umfasst unter anderem ein Gründungszentrum mit flexiblen Büroflächen, einem Co-Working-Space sowie Meeting- und Veranstaltungsräumen. In einem Makerspace können Interessierte Technologien wie 3D-Druck, Robotik oder digitales Design in verschiedenen Werkstätten ausprobieren und weiterentwickeln.
Startup Labor als Reallabor für nachhaltige Lösungen
Den Abschluss des Besuchs bildete das Startup Labor Schwedt. Projektleiter Sascha Lademann präsentierte die Arbeit des Reallabors, in dem Unternehmen, Start-ups, Wissenschaft und öffentliche Akteure gemeinsam an Lösungen für eine nachhaltige industrielle Zukunft arbeiten. Lademann erläuterte, dass hier neue Technologien in Anwendung gebracht werden sollen. Dazu gehören unter anderem neue Recyclingverfahren, digitale Prozessautomatisierung sowie innovative Energiekonzepte.
Das Reallabor dient als Plattform, um innovative Ansätze in der Praxis zu testen und zu optimieren. Es fördert die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren und trägt so dazu bei, den Transformationsprozess in Schwedt/Oder voranzutreiben. Die Ostbeauftragte zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Initiativen und betonte die Bedeutung solcher Kooperationen für eine erfolgreiche industrielle Transformation.



