IWF senkt Prognosen wegen Iran-Krieg: Weltwirtschaft wankt, Deutschland rutscht ab
IWF senkt Prognosen: Weltwirtschaft wankt, Deutschland rutscht ab

IWF senkt Prognosen wegen Iran-Krieg: Weltwirtschaft wankt, Deutschland rutscht ab

Weniger Wachstum weltweit: Der globale Handel gerät ins Stocken. Der Internationale Währungsfonds warnt vor einer spürbaren Abkühlung der Weltwirtschaft – und Deutschland trifft es besonders hart. Laut der neuen Prognose soll die globale Wirtschaft 2026 nur noch um 3,1 Prozent wachsen. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als noch im Januar erwartet. Hintergrund ist vor allem der Iran-Krieg, der die Märkte verunsichert und die Energiepreise in die Höhe treibt.

Besonders kritische Lage in Deutschland

Besonders kritisch ist die Lage in Deutschland. Die größte Volkswirtschaft Europas soll 2026 nur noch um 0,8 Prozent wachsen. Noch vor wenigen Monaten war der IWF von 1,1 Prozent ausgegangen. Auch für 2027 wurde die Prognose gesenkt: Statt 1,5 Prozent erwartet der IWF nun nur noch 1,2 Prozent Wachstum. Deutschland bleibt damit deutlich hinter dem Durchschnitt der Eurozone zurück.

Öl-Schock durch Hormus-Blockade

Ein zentraler Grund ist der massive Energiepreisschock. Durch die Blockade der Straße von Hormus ist ein wichtiger Transportweg für Öl und Gas eingeschränkt. Dadurch wird das Angebot weltweit knapper. Für ein Industrieland wie Deutschland, das stark von Energieimporten abhängt, ist das ein schwerer Schlag.

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Die Folgen sind im Alltag spürbar. Vor allem die Energiepreise ziehen stark an: Ein Liter Super E10 kostet im Schnitt über 2,10 Euro, Diesel sogar 2,29 Euro. Um gegenzusteuern, hat die Bundesregierung kurzfristige Entlastungen beschlossen. Die Energiesteuern auf Benzin und Diesel sollen für zwei Monate um rund 17 Cent pro Liter sinken. Zusätzlich können Beschäftigte von ihrem Arbeitgeber eine steuerfreie Prämie von bis zu 1000 Euro erhalten.

Krieg könnte Lage weiter verschärfen

Doch die Risiken gehen weit über Deutschland hinaus. Der IWF warnt, dass sich die Lage weiter zuspitzen könnte, sollte der Krieg andauern oder eskalieren. In diesem Fall drohen noch stärkere Verwerfungen an den Energie- und Rohstoffmärkten – mit Folgen für Wachstum und Preise weltweit.

Auch bei der Inflation sieht der IWF Risiken. Im globalen Durchschnitt könnten die Verbraucherpreise 2026 um 4,4 Prozent steigen und damit deutlich über den Zielwerten vieler Zentralbanken liegen. Zwar sehen Notenbanken aktuell noch keinen akuten Handlungsdruck. Sollte sich die Lage jedoch weiter verschärfen, könnten Zinserhöhungen nötig werden – mit zusätzlichen Risiken für die Konjunktur.

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