Spargelsaison in Brandenburg gestartet: Ernteaussichten gut, doch Herausforderungen groß
Mit dem offiziellen Beginn der Spargelsaison und reichlich Sonnenschein blicken die Landwirte in Brandenburgs größtem Anbaugebiet rund um Beelitz optimistisch auf die kommenden Wochen. Die ersten Stangen des Edelgemüses sind bereits frisch vom Feld geholt worden, rechtzeitig zum Osterfest. Allerdings überschatten steigende Dieselpreise und die Konkurrenz durch Importware die ansonsten positive Stimmung.
Gute Ernteerwartung bei großem Kundeninteresse
„Wir werden eine gute Ernte einfahren“, erklärte Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins, in Beelitz-Schäpe. „Wir sehen ein großes Interesse der Kundschaft.“ Die Saisoneröffnung wurde bei sonnigem Wetter gefeiert, was die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Periode nährt. Die Spargel-Anbaufläche in Brandenburg ist zwar insgesamt gesunken, doch die Erntemengen bleiben bedeutend – im Jahr 2025 wurden fast 19.000 Tonnen Spargel in der Region geerntet.
Dieselpreise als massiver Kostentreiber
Ein zentrales Problem für die Betriebe sind die seit Beginn des Iran-Krieges gestiegenen Dieselpreise. „Wir als Bauern haben schon ein bisschen die Sorge, dass wir die Kosten, die wir halt haben, schwer umgelegt bekommen“, so Jakobs. Allein für seinen eigenen Spargelhof bedeute die Dieselpreis-Steigerung alle zehn Tage Mehrkosten in Höhe von 5.000 Euro. Diese zusätzliche Belastung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Marktmacht der Discounter, die den Spargel verkaufen, bereits erheblichen Preisdruck ausübt.
Preisentwicklung und Importkonkurrenz
Zum Start der Saison liegt der Preis für ein Kilo Spargel bei 15 bis 18 Euro. „Wir werden uns wieder bei 10 bis 12 Euro einpendeln“, prognostiziert Jakobs für die Zeit, wenn später mehr Spargel verfügbar ist. Doch die heimischen Betriebe sehen sich mit Import-Spargel konfrontiert, der meist zu niedrigeren Preisen angeboten wird. Im Jahr 2025 kam dieser vor allem aus Spanien, Mexiko und Griechenland in den Handel, was den Wettbewerb verschärft.
Weitere Belastungen durch Personal- und Energiekosten
Neben den Dieselpreisen steigen auch die Personalausgaben, da der gesetzliche Mindestlohn zu Jahresbeginn von 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde angehoben wurde und bis 2027 auf 14,60 Euro steigen soll. Ohne ausländische Saisonarbeitskräfte ist der durch viel Handarbeit geprägte Spargelanbau in Deutschland nicht möglich. Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) betonte die Bedeutung regionaler Produkte und verwies darauf, dass Kaufzurückhaltung eher auf geopolitische Energiekostentreiber zurückzuführen sei als auf mangelndes Interesse der Verbraucher.
Insgesamt steht die Spargelsaison in Brandenburg somit unter einem zwiespältigen Vorzeichen: Während die Ernteaussichten und das Kundeninteresse positiv stimmen, müssen die Landwirte erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen bewältigen, um ihre Betriebe langfristig zu sichern.



