Bad Sachsa: Ein verstecktes Juwel im Südharz begeistert Besucher
Im niedersächsischen Teil des Südharzes liegt mit Bad Sachsa noch ein echter Geheimtipp für alle, die Erholung in unberührter Natur suchen. TRAVELBOOK-Autor Robin Hartmann verliebte sich bei seinen Besuchen in den besonderen Charme dieses Ortes.
Erster Eindruck: Gelassenheit und Lebensqualität
Bei einer Weitwanderung durch alle drei Harz-Bundesländer im Herbst 2025 war Bad Sachsa die letzte Station des Autors. Ein milder Septemberabend, die Uffe schlängelte sich entlang der Hauptstraße, und die gut besuchten Cafés und Restaurants strahlten eine entspannte Atmosphäre aus, ohne überfüllt zu wirken. Dieser erste Eindruck wurde im Frühling 2026 bei einem erneuten Besuch mit seiner Freundin noch übertroffen.
Ein lebendiger Ort mit vielfältigem Angebot
Bad Sachsa präsentiert sich als gesunder und lebendiger Kurort. An der Marktstraße reiht sich Geschäft an Geschäft – darunter drei Fleischereien, ein Einrichtungsgeschäft und ein Immobilienbüro bei minimalem Leerstand. Das Freizeitangebot ist beeindruckend:
- Eine Therme mit umfangreicher Saunalandschaft
- Bowling- und Eislaufhalle
- Indoorspielplatz und angrenzender Ferienpark
- Tennis- und Minigolfplätze
- Ein Greifvogelpark für Naturbeobachtungen
Der gepflegte Kurpark mit dem bereits im 16. Jahrhundert künstlich angelegten Schmelzteich liegt nur wenige Schritte entfernt. Bei Sonnenschein drehen Boote ihre Runden, während Spaziergänger am Ufer entlang flanieren. Hochherrschaftliche Fachwerk-Villen säumen die Straßen, und neben zwei Grand Hotels finden sich zahlreiche Pensionen und Ferienwohnungen.
Natur pur: Wald, Täler und der Ravensberg
Plötzlich ist man im Wald, der laut offizieller Tourismusseite ein Drittel des Stadtgebietes ausmacht. Fünf Täler durchziehen die Gegend und sorgen für ein besonders gutes Luftklima. Über allem thront der Ravensberg auf 659 Metern Höhe – ein erloschener Vulkan und der einzige Berg im Harz, den man mit dem Auto befahren kann. Zu Fuß entdeckt man im Frühling Lerchensporn, Buschwindröschen und Huflattich, die erste Farbtupfer setzen.
Der Reinhardtsbrunnen: Ein magischer Kraftort
Im Kuckanstal liegt der Reinhardtsbrunnen, den Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Reinhardt 1889 an einer Waldquelle errichten ließ. Seitdem holen sich die Bewohner von Bad Sachsa hier ihr Wasser. Aus der Unterkunft des Autors waren es nur wenige Minuten bis zur Quelle, wo regelmäßig kleine Prozessionen zu beobachten sind. Menschen schleppen Fünf-Liter-Flaschen oder ganze Kanister auf Bollerwagen, manche reisen sogar aus anderen Bundesländern an, um sich mit dem „wirklich absolut köstlichen Wasser“ zu versorgen.
Wanderwege und Ausflugsziele in der Umgebung
Zehn sogenannte Terrainkurwege führen von Bad Sachsa aus in die Umgebung. Mit dem Auto lassen sich in wenigen Tagen zahlreiche Ziele entdecken, darunter Steina und Zorge. In Steina passiert man zunächst die 1954 eingeweihte Steinatalsperre, bevor der Weg steil zur Elbe-Weser-Wasserscheide ansteigt. Der Aussichtspunkt „Hohe Tür“ bietet beeindruckende Panoramen.
Eine weitere Tour führt nach Zorge, das im Mai 2026 sein 777-jähriges Bestehen feiert. Vom Kurpark geht es steil hinauf zum Aussichtspavillon „Pferdchen“, über dem sich ein Pferdchen auf dem Fahnenmast dreht. Von hier aus liegt das Dorf perfekt im Tal – ein ideales Fotomotiv. Der Weg führt weiter zum Zorger Wasserfall, der mit etwa fünf Metern Höhe zwar nicht gewaltig, aber durch seine Kaskade dennoch beeindruckend ist. Danach geht es durch das Wolfsbachtal, ein Naturschutzgebiet, in dem der Mensch seit 200 Jahren nicht mehr eingreift – ein Stück Urwald mitten im Harz.
Fazit: Ein Ort zum Verweilen und Entdecken
Am Ende kehrt man immer wieder gerne nach Bad Sachsa zurück – ein Ort, der zum Wandern, Schlemmen und Entdecken einlädt. Mit seiner intakten Infrastruktur, der vielfältigen Natur und den besonderen Kraftorten wie dem Reinhardtsbrunnen bietet dieser Harzer Kurort alles, was Erholungssuchende und Naturfreunde begehren.



