Capri geht gegen aufdringliche Touristenwerbung vor: Bis zu 500 Euro Strafe drohen
Die beliebte Mittelmeerinsel Capri hat eine strikte "Anti-Belästigungs-Verordnung" erlassen, um aufdringliche Touristenwerbung zu unterbinden. Wer Urlauber ungefragt anspricht, um sie in Restaurants zu locken, zu Bootstouren zu nötigen oder ihnen Flyer aufzudrängen, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Die neuen Bußgelder bewegen sich zwischen 25 und 500 Euro.
Massentourismus als Auslöser für die strengen Maßnahmen
Mit der Verordnung reagiert die Inselverwaltung auf den wachsenden Massentourismus, der in den letzten Jahren zunehmend Probleme verursacht hat. Viele Besucher fühlten sich von hartnäckigen Anbietern genervt, die besonders im Hafen Marina Grande und in der Altstadt aktiv waren. In der offiziellen Verordnung heißt es wörtlich: "Gewerbetreibenden, Inhabern von Agenturen für touristische Dienstleistungen sowie deren Mitarbeitern ist es strikt untersagt, Kunden durch aufdringliche und hartnäckige Methoden auf öffentlichem oder öffentlich genutztem Grund anzuwerben."
Capri gehört zu den bekanntesten und meistbesuchten Urlaubszielen Italiens. Während auf der Insel nur etwa 13.000 Menschen leben, strömen im Sommer täglich Zehntausende Tagesgäste auf das Eiland. Die neuen Regelungen sollen nicht nur die Belästigungen reduzieren, sondern auch ein "gepflegtes Erscheinungsbild sowie einen reibungslosen Fußgänger- und Autoverkehr gewährleisten".
Weitere Einschränkungen für Touristen und Reisegruppen
Die Anti-Belästigungs-Verordnung ist nicht die einzige Maßnahme, mit der Capri den Tourismus regulieren will. Bereits im Januar hatte der Gemeinderat zusätzliche Einschränkungen beschlossen, die ab der kommenden Sommersaison gelten:
- Touristen dürfen nur noch in Gruppen von maximal 40 Personen unterwegs sein
- Reiseleiter mit Gruppen über 20 Personen müssen drahtlose Headsets verwenden
- Auffällige Erkennungszeichen wie Regenschirme oder Fahnen sind verboten
Diese Regelungen betreffen vor allem geführte Gruppen von Reisebussen oder organisierte Ausflüge von Kreuzfahrtschiffen. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Insel für Urlauber attraktiver zu machen und gleichzeitig die Lebensqualität der Einheimischen zu erhalten.
Italienweites Phänomen der aufdringlichen Touristenwerbung
Capri ist nicht der einzige italienische Urlaubsort, der gegen aufdringliche Werbung vorgeht. In vielen Touristenzentren des Landes gehört aggressives Anwerben von Gästen zum Alltag. Bereits im vergangenen Sommer führte der Urlaubsort Torri del Benaco am Gardasee ähnliche Maßnahmen ein. Die Probleme mit Massentourismus und aufdringlichen Anbietern scheinen sich in ganz Italien zu verschärfen, was lokale Behörden zu immer strengeren Regulierungen zwingt.
Die neue Verordnung auf Capri markiert einen entschlossenen Schritt im Umgang mit den Herausforderungen des modernen Tourismus. Während die Strafen für aufdringliche Werbung abschreckend wirken sollen, bleibt abzuwarten, wie effektiv die Umsetzung in der Praxis sein wird. Für Touristen bedeutet die Regelung jedoch eine spürbare Verbesserung ihres Urlaubserlebnisses auf der malerischen Mittelmeerinsel.



