Blüthen – Der jährliche Pferde-, Hobby- und Bauernmarkt in Blüthen lockte am 1. Mai erneut Tausende Besucher in die kleine Ortschaft in der Prignitz. Veranstaltet von der Gemeinde Karstädt und dem Förderverein Blüthen, entwickelte sich der Markttag zu einem riesigen Erfolg. Mehrere Tausend Gäste, rund 100 Händler und über 70 Pferde und Ponys, die zum Verkauf angeboten wurden, sorgten für ein reges Treiben. „Mehr geht eigentlich nicht“, meinte auch die Marktverantwortliche der Gemeinde Karstädt, Ines Engel. Sie erklärte, dass sogar noch mehr Besucher und Händler als in den vergangenen Jahren erschienen seien.
Volksfeststimmung in Blüthen
Im Vorfeld hatte Engel den Blüthener Markt oft als „kleinen Havelberger Pferdemarkt“ bezeichnet. Doch diese Beschreibung könnte missverstanden werden, denn die Veranstaltung am Tag der Arbeit war alles andere als klein. Das Besucherinteresse war so groß, dass es zeitweise unmöglich war, einen Parkplatz in Blüthen zu finden. An beiden Straßenrändern, entlang der gesamten Ortschaft, parkten Autos dicht an dicht. „Im letzten Jahr hatten wir auch schon sehr viele Besucher, und wir haben eigentlich erwartet, dass, wenn das Wetter mitspielt, viel los sein wird“, so Engel.
Es wäre beinahe leichter aufzuzählen, was es auf dem Markt nicht gab, als alles zu benennen, was angeboten wurde. Die Veranstaltung glich eher einem Volksfest. Die Festtagsstimmung wurde durch Blasmusik der „Löcknitztaler Musikanten“ untermalt. Auf dem Flohmarkt konnte jeder Interessierte fündig werden – eine spektakuläre Auswahl an Reitequipment, Kleidung, Lederwaren, Kunsthandwerk, Schmuck und Körben wurde angeboten. Zudem waren mehrere Pflanzenhändler vertreten, die Saatgut, Setzlinge und Blumen verkauften.
Attraktionen für Groß und Klein
Kinder konnten sich auf einer Hüpfburg vergnügen oder beim Ponyreiten mitmachen. Selbstverständlich durften sie auch die Pferde, die zum Verkauf standen, streicheln. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: Essens- und Getränkestände gab es zur Genüge, wobei es zeitweise schwer war, einen Sitzplatz im Schatten zu ergattern. Peter Lüdke war mit seinem Wittenberger Weinbus vor Ort, nachdem er noch am Vortag bis in die frühen Morgenstunden seinen Wein bei der Perleberger Kneipennacht verkauft hatte. „Die Menge der Besucher macht es. Lohnen tut sich das immer, herzukommen“, so Lüdke.
Ein guter Tag für Händler
Ein älteres Ehepaar aus Bötzow war das erste Mal in Blüthen: „Das ist überwältigend. Es ist schönes Wetter – wahrscheinlich sind deswegen so viele Leute hier“, meinten sie. Sie seien durch Freunde auf die Veranstaltung aufmerksam geworden und überrascht, wie groß das Angebot war. Die selbstständige Pferdehändlerin Bettina Thiemke aus Henningsdorf bot sechs Shetlandponys auf dem Markt an. „Für mich ist das eine Tradition, hierher zu kommen“, erklärte sie. „Wenn viele auf einem Fleck zusammen sind, dann ist natürlich viel mehr Publikum da.“ Gegen Mittag hatte sie bereits ein Pony verkauft. Für sie ist es wichtig, dass die Tiere ein schönes neues Zuhause finden: „Natürlich bemüht man sich, einen Käufer zu finden, wo das Tier artgerecht gehalten wird. Ich freue mich immer, wenn der Kontakt noch späterhin bestehen bleibt.“
Blumenhändler hatten ebenfalls einen ertragreichen Tag. Ein Verkäufer aus Schwerin meinte: „Das ist ein schöner Markt. Besser geht es nicht.“ Seinen Namen wollte er nicht verraten, da er befürchtete, seine Konkurrenz könnte auf den Markt aufmerksam werden. Zudem merkte er an, dass sich die Prignitzer von seinen Mecklenburger Kunden unterscheiden: „Die Leute hier sind offener. Die haben auch einen festen Standpunkt, aber man kann gut mit denen reden.“
Bis 17 Uhr hatte der Markt am Freitag geöffnet. Viele Besucher verließen das Marktgelände vollbepackt mit Blumen und Trödelfunden. Die Marktverantwortliche Ines Engel und ihre rund 50 Helfer sorgten für einen planmäßigen Ablauf: „Es ist ein sehr anstrengender Tag, aber es ist eine positive Anstrengung“, so Engel. Sie habe gute Rückmeldungen von Händlern und Besuchern erhalten.



