Hotelrestaurant in Jarmen öffnet nach zehn Jahren wieder mit US-Küche
Hotelrestaurant öffnet nach zehn Jahren mit US-Küche

Mit dem Wonnemonat Mai startet in Jarmen eine neue gastronomische Ära. Denn pünktlich zum Feiertag nimmt nach gut einem Jahrzehnt Pause das Restaurant im Hotel „Zum Brunnen“ seinen Betrieb wieder auf.

Ungewöhnliche Speisekarten für diese Region

Wobei sich unter diesem klassischen Namen künftig eine Speisekarte zeigt, die nur bedingt mit dem Begriff gutbürgerlicher deutscher Küche zu tun hat. Stattdessen wollen die Gastgeber Thomas und Peggy Kuhnke andere gut laufende Gerichte und Zutaten nach amerikanischer Art aufpeppen. Den Ausschlag dafür gab ihre jährliche Familienreise nach Florida. Bei der sie neben der Landschaft und US-Mentalität auch das Essen und damit verbundene Dinge begeisterten und es nach wie vor tun. Gerade die dortige Experimentierfreude mit Rindersteaks und Burgern gefalle ihnen sehr, berichten die 40-Jährigen im Gespräch mit dem Nordkurier.

Mindestens ein ausgefallener Bestandteil dabei

Das lasse sich natürlich nicht eins zu eins auf die vorpommersche Provinz übertragen, weiß das Paar. Ihr Ziel sei eine gut überschaubare Speisekarte mit festen Gerichten, die in der Regel mindestens einen ausgefallenen Bestandteil einschließen oder von der Aufmachung her ungewöhnlich wirken. Es gehe darum, den Leuten etwas anzubieten, dass sie so zu Hause nicht kochen beziehungsweise den Aufwand scheuen würden, sagt der Küchenchef. Er präsentiert in diesem Zusammenhang seine knusprige Zwiebelblume als Vorspeise und als Sattmacher die Burger Bowl mit einem Fleischbratling auf Pommes frites.

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Wo Steaks schon mal auf Zimt und Zucker treffen

Lachs und Steaks gehören ebenso zum Angebot, letzteres beispielsweise an gebackener Süßkartoffel mit Butter und Zimt und Zucker. Und für weniger Experimentierfreudige beziehungsweise als Ausweichvariante für den Nachwuchs gibt es Pizza - als Standardvariante oder mit individuell wählbarem Belag. Ganz amerikanisch geben sich die Wirtsleute bei den Softgetränken. „Da drüben bezahlt man einmal für das Glas und bekommt dann bei Bedarf kostenlos nachgefüllt. Das werden wir so auch machen.“

Der alte Wasserspeicher wurde in den Bau integriert

Ihr Hotel an der innerstädtischen Ortsdurchfahrt schräg gegenüber vom Jarmener Busbahnhof war erst 1992 errichtet worden. Seine Bezeichnung verdankt es einem alten Wasserspeicher, der damals im Untergrund zu Tage kam und als besonderes Interieur im Speisesaal integriert wurde. Besitzer und Betreiber wechselten mehrmals, begleitet von Zwangsversteigerungen und vorübergehenden Schließungen. Seit 2010 haben Thomas und Peggy Kuhnke das Sagen - erst als Pächter, inzwischen als Eigentümer.

Die Beherbergung lief hingegen immer weiter

Aus privaten Gründen stellten sie vor rund zehn Jahren allerdings den öffentlichen Ausschank ein. Die Beherbergung hingegen lief immer weiter. Vier Einzel- und sieben Doppelzimmer stehen in dem Gebäude zur Verfügung. Wobei sich von den letzteren zwei mit Aufbettungen zum Vierer-Familiendomizil umwandeln lassen, wie das Paar erläutert. Hauptsächlich und oft kehrten dort Handwerker und Monteure ein, die nur eine Unterkunft oder maximal Übernachtung mit Frühstück suchten. „Gerade im Sommer haben wir aber auch immer einige Touristen, meist Fahrradfahrer oder Leute mit einem Boot“, berichtet Thomas Kuhnke. Wenn der Wunsch und die Gelegenheit zusammenpassten, werde für die Gäste auch schon mal zum Abend gekocht, verrät der Hausherr und Koch. Aber das sei bisher eben die Ausnahme.

Räume für Familien- und Trauerfeiern

Überdies bieten er und seine Frau Party-Buffets samt Festzelt und Hüpfburg an und das Essen längst nicht nur außer Haus. Schließlich stehen die Räumlichkeiten für Familien- und Trauerfeiern zur Verfügung. „Aber das hat abgenommen, weil viele nach der Schließung gedacht haben, dass ganz zu ist.“ Dieser Eindruck dürfte ab Mai passé sein, wenn das Restaurant wieder zur Geltung kommt. Erst mal mit Öffnungszeiten von Donnerstag bis Samstag jeweils zwischen 17 Uhr und 20 Uhr. „Aber werden natürlich keinen hinausschmeißen, der etwas länger sitzen will.“

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Den Wirtsleuten fehlt personelle Verstärkung

Wenn das Geschäft gut laufe, sei eine Ausweitung des Betriebs denkbar, kündigen sie an. Vorausgesetzt, es finde sich Personal als Unterstützung bei Service und Küche. Denn gegenwärtig machen sie alles selbst, abgesehen von der Hilfe durch ihren elfjährigen Sohn Moritz.