ITB feiert 60. Jubiläum unter schwierigen Vorzeichen
Die weltgrößte Tourismusmesse ITB in Berlin startet in diesem Jahr in ihr 60. Jubiläum – doch die Feierlichkeiten werden von den Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten überschattet. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nutzte die Eröffnung der Messe, um auf die Verletzlichkeit des internationalen Tourismus in Krisenzeiten hinzuweisen.
Wegner: „Tourismus ist sensibel und verletzlich“
„Der Krieg im Nahen Osten führt uns vor Augen, wie sensibel und verletzlich der Tourismus ist“, erklärte Wegner in seiner Eröffnungsrede. Der Konflikt habe bereits direkte Auswirkungen: Zehntausende Reisende seien derzeit an großen Umsteigeflughäfen gestrandet, und zahlreiche Veranstalter sowie internationale Gäste könnten in diesem Jahr nicht zur ITB nach Berlin reisen.
Der CDU-Politiker betonte die Bedeutung des Reisens für den globalen Austausch: „Wenn das Reisen zum Erliegen kommt, schließt sich ein Fenster zur Welt.“ Besonders betroffen seien dabei nicht nur die Reisenden selbst, sondern auch die Menschen in den Konfliktregionen.
Solidarität mit dem iranischen Volk
In bewegenden Worten äußerte sich Wegner zum Schicksal der Menschen im Iran. „Die Hoffnung auf einen grundlegenden Wandel ist spürbar: Das Terrorregime wird dem Freiheitswillen des iranischen Volkes nicht auf ewig standhalten können“, sagte der Regierende Bürgermeister.
Er bekräftigte die Unterstützung Berlins: „Berlin steht fest an der Seite der mutigen Menschen in dem Land, die für ein freies und würdevolles Leben kämpfen.“ Diese Solidaritätsbekundung unterstrich die politische Dimension, die der Tourismusmesse in diesem Jahr zukommt.
Auswirkungen auf Berliner Tourismus noch unklar
Wie sich der Nahost-Konflikt konkret auf den Tourismus in der deutschen Hauptstadt auswirken wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Die Tourismus-Gesellschaft Visit Berlin teilte mit, es sei noch zu früh für eine verlässliche Einschätzung der Folgen.
Die Zahlen des vergangenen Jahres zeigen jedoch die Bedeutung bestimmter Märkte: Gäste aus Israel standen 2025 für knapp zwei Prozent aller ausländischen Übernachtungen in Berlin. Besucherinnen und Besucher aus den arabischen Golfstaaten trugen mit 0,8 Prozent ebenfalls zum Tourismusaufkommen bei.
Die ITB Berlin, die am Dienstag ihre Pforten öffnete, findet damit in einem politisch wie wirtschaftlich herausfordernden Umfeld statt. Während die Branche eigentlich das 60-jährige Bestehen der Messe feiern wollte, dominieren Kriegsfolgen und Unsicherheiten die Diskussionen in den Messehallen.



