Kreuzfahrt im Persischen Golf: Saarländerin erlebt Iran-Krieg an Bord der 'Mein Schiff 5'
Was als entspannte achttägige Erkundungsreise durch den Persischen Golf geplant war, endete für Lana Dörrer aus dem Saarland in einem Albtraum. Die 28-Jährige wollte die Region von Dubai über Doha nach Abu Dhabi bereisen, doch der Ausbruch des Iran-Krieges machte ihre Pläne zunichte. Statt Sightseeing und Entspannung am Pool erlebt sie nun Raketen und Detonationen von Bord des Kreuzfahrtschiffes 'Mein Schiff 5' aus.
Schlagartiges Ende der Reise in Doha
Am Samstagmorgen schien noch alles normal zu sein. Lana Dörrer und andere Passagiere spazierten am Hafen von Doha, als plötzlich eine schrille Alarmmeldung auf ihren Handys erschien. Die Nachricht forderte alle auf, sich sofort in geschlossenen Räumen in Sicherheit zu bringen. „Relativ schnell ging dann auch der erste Luftalarm los, wo auch die erste Rakete am Himmel zu sehen war, die abgeschossen worden ist“, berichtet Dörrer der Deutschen Presse-Agentur.
Innerhalb einer Stunde waren alle Passagiere zurück an Bord, und das Schiff wurde vollständig abgeriegelt. Seitdem dürfen die Reisenden das Schiff nicht mehr verlassen und sind im Persischen Golf festsitzen.
Raketen in der Dunkelheit und angespannte Stimmung
Was die Passagiere vom Kriegsgeschehen mitbekommen, sind vor allem sichtbare Raketen in der Dunkelheit und vereinzelte Detonationen. „Es war insgesamt fünf-, sechsmal gewesen, dass es richtig spürbar war und zweimal, wo man es auch wirklich gesehen hat“, schildert Dörrer die bedrohliche Situation.
Die Stimmung an Bord beschreibt sie als relativ ruhig, aber angespannt. Viele Passagiere zeigen deutliche Nervosität, doch die meisten versuchen, sich bestmöglich abzulenken. Die Schiffscrew organisiert regelmäßig Aktivitäten:
- Musikhören in Gemeinschaftsräumen
- Getränkeangebote zur Entspannung
- Gemeinsame Aktivitäten zur Ablenkung
Respekt statt Angst und wichtige Sicherheitsmaßnahmen
Lana Dörrer betont, dass sie keine Angst habe, aber großen Respekt vor der unberechenbaren Situation. „Man weiß nicht, was kommt“, gibt sie zu bedenken. Besonders positiv hebt sie das Verhalten der Crew hervor, die stets ansprechbar sei und den Passagieren ein sicheres Gefühl vermittle.
Wichtige Sicherheitsmaßnahmen wurden umgesetzt:
- Notfallübungen wurden aufgefrischt
- Klare Evakuierungswege wurden kommuniziert
- Regelmäßige Updates zur Sicherheitslage
Kontakt in die Heimat und Perspektiven
Ein kleiner Trost in der angespannten Situation: Das Internet an Bord funktioniert ausgezeichnet. Dörrer hat täglich Kontakt nach Hause ins Saarland und kann sogar Videoanrufe tätigen. „Damit man halt einfach sich sieht und der Familie auch ein gutes Gefühl gibt, dass man hier relativ sicher ist“, erklärt sie.
Die Kreuzfahrtgesellschaft und die Crew der 'Mein Schiff 5' bemühen sich nach Kräften, die Passagiere zu beschäftigen und zu beruhigen, während die Lage im Persischen Golf weiterhin ungewiss bleibt. Für Lana Dörrer und die anderen Reisenden bedeutet dies ein unerwartetes Ende ihrer Urlaubspläne und ein unfreiwilliges Erleben der internationalen Krisenlage.



