Kreuzfahrt-Krise im Orient: Schiffsberater Ändi im Dauereinsatz für gestrandete Passagiere
Kreuzfahrt-Krise: Schiffsberater Ändi im Dauereinsatz

Kreuzfahrt-Krise im Orient: Schiffsberater Ändi im Dauereinsatz für gestrandete Passagiere

Für Schiffsberater Andreas Bohnes und sein Team könnten die Tage derzeit deutlich mehr als 24 Stunden haben. Seitdem die USA und Israel den Iran angegriffen haben, klingeln im Reisebüro ununterbrochen die Telefone. Der Geschäftsführer, der auf Social Media als Ändi bekannt ist, teilt momentan alle wichtigen Informationen, die speziell die Situation rund um TUI Cruises betreffen.

5000 Urlauber sitzen im Orient fest

Zwei Schiffe des Kreuzfahrtanbieters befinden sich derzeit im Orient, eins in Abu Dhabi, das andere in Doha. Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 waren mit rund 5000 Passagieren auf dem Weg nach Dubai. Den Passagieren geht es gut, doch sie müssen sich jetzt gedulden. TUI Cruises arbeitet mit Hochdruck daran, Ersatzflüge für die Passagiere zu organisieren.

„Ich vermute jedoch, dass dies noch einige Tage dauern wird, da die Flughäfen geschlossen sind und die Organisation von Ersatzflügen für so viele Menschen nicht so schnell möglich ist“, erklärt Andreas Bohnes. Das Reisebüro von Bohnes hat insgesamt 59 Passagiere auf beiden Schiffen für diese Reise gebucht. „Wir informieren sie ab sofort per E-Mail über alle Neuigkeiten“, betont der Unternehmer.

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Passagiere sollten an Bord bleiben

Gleichzeitig warnt er eindringlich davor, die Schiffe jetzt zu verlassen. Zwar erlaubt die aktuelle Regelung theoretisch das Verlassen des Schiffs, doch in diesem Fall entfällt die Betreuung durch das Unternehmen. Urlauber dürfen dann nicht mehr an Bord zurückkehren und müssen sich eigenständig um alle weiteren Angelegenheiten kümmern.

Die Urlauber zahlen für ihren zusätzlichen Aufenthalt nichts. Die Reederei übernimmt bei Pauschalreisenden außerdem die Mehrkosten für den Rückflug. Diese Regelung gilt jedoch nicht für Urlauber, die individuell angereist sind.

Umbuchungen und Stornierungen möglich

Viele Kunden haben auch für die nächsten Orientreisen gebucht und fragen sich nun, ob diese Reisen überhaupt stattfinden werden. TUI Cruises hat alle Reisen bis zum 6. März abgesagt, aber Bohnes vermutet, dass diese Maßnahme für einen längeren Zeitraum gelten könnte.

Kunden können ihre Reise stornieren und erhalten ihr Geld vollständig zurück. Alternativ haben sie die Möglichkeit, ihre Reise umzubuchen. „Wenn TUI Cruises eine Reise offiziell absagt, gewähren sie einen zehnprozentigen Rabatt auf den neuen Reisepreis“, fügt Bohnes hinzu.

Finanzielle Verluste bei Absage von Reisen

„Es ist für Reedereien äußerst schwierig, Reisen kurzfristig abzusagen. Sie schließen Verträge mit Fluggesellschaften, sichern Liegeplätze und organisieren die Logistik. Eine kurzfristige Stornierung erfordert, dass sie all diese Vereinbarungen auflösen und zudem für 5000 Gäste eine alternative Route sowie neue Flüge planen“, erklärt er.

„Wenn TUI Cruises eine Reise absagen würde, hätte das für das Unternehmen und für uns als größtes Vermittlungsbüro der Reederei katastrophale Folgen. Wir würden einen enormen Verlust von mehreren 100.000 Euro erleiden“, sagt Andreas Bohnes, Geschäftsführer der Mein Schiffsberater GmbH aus Monheim am Rhein.

Doch der Unternehmer erkennt trotz der vielen Arbeit, die die aktuelle Lage mit sich bringt, auch einen positiven Aspekt. „Viele Menschen erleben nun, wie wir uns um unsere Kunden kümmern. Und sie erkennen den Vorteil einer Pauschalreise.“

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