Lausitzer Seenland: Fünf Seen ab Juni erstmals per Kanal verbunden
Lausitzer Seenland: Fünf Seen ab Juni per Kanal verbunden

Lausitzer Seenland: Fünf Seen ab Juni erstmals per Kanal verbunden

In der Lausitz entsteht derzeit eine der beeindruckendsten Freizeitlandschaften Europas. Ab dem 29. Juni 2026 werden die Seen Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See erstmals durch einen schiffbaren Kanal miteinander verbunden. Damit können Wassersportbegeisterte eine rund 50 Kilometer lange Rundtour auf dem Wasser absolvieren, ohne ihr Boot umsetzen zu müssen.

Vom Tagebau zur Seenlandschaft

Das gigantische Projekt basiert auf ehemaligen Braunkohletagebauen, die seit 1967 systematisch geflutet werden. Wo früher bis zu 60 Meter tief Kohle abgebaut wurde, erstrecken sich heute ausgedehnte Wasserflächen. Die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ist für die Sanierung und Entwicklung der Flächen verantwortlich. Das klare Prinzip: Alte Gruben werden gefüllt, gesichert und für neue Nutzungen erschlossen.

Europas größte künstliche Seenlandschaft

Nur 140 Kilometer von Berlin entfernt, erstreckt sich zwischen Brandenburg und Sachsen inzwischen eine Wasserfläche von mehr als 14.800 Hektar. Insgesamt 25 Seen sind jeweils größer als 100 Hektar. Langfristig sollen bis zu zehn dieser Gewässer schiffbar miteinander verbunden werden. Damit wächst eines der größten Renaturierungsprojekte Europas sichtbar zusammen.

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Tourismusboom in der Region

Mit der Entstehung der Seenlandschaft hat sich der Tourismus in der Lausitz deutlich entwickelt. Es entstanden zahlreiche Häfen, Marinas, Radwege und Ferienanlagen. Im Jahr 2024 verzeichnete die Region bereits 931.057 Übernachtungen – ein bemerkenswerter Anstieg von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Wassersport stellt einen zentralen Anziehungspunkt dar: Segeln, Surfen, Paddeln und Wakeboarden sind an vielen Seen möglich. Parallel dazu wurden landseitige Infrastrukturen wie die 191 Kilometer lange Seenland-Route für Radfahrer ausgebaut. Auch Industriedenkmäler wie die Förderbrücke F60 ziehen zahlreiche Besucher an.

Langfristige Entwicklungsperspektiven

Das Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen. Weitere Seen sollen folgen, wobei einige aus Naturschutzgründen bewusst unzugänglich bleiben werden. Für die Schifffahrt müssen weiterhin Kanäle gesichert, Hindernisse entfernt und Strecken markiert werden.

Perspektivisch könnten sogar weitere ehemalige Tagebaue in das Verbundsystem integriert werden. Ein festes Enddatum für die Gesamtentwicklung gibt es nicht – das Projekt wächst kontinuierlich mit den technischen und finanziellen Möglichkeiten vor Ort. Die Lausitzer Seenlandschaft entwickelt sich damit zu einem lebendigen Beispiel für gelungene Strukturwandelmaßnahmen in einer ehemaligen Bergbauregion.

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