Müritz rundum: Sonntags keine Busfahrten mehr für Touristen
Müritz rundum: Sonntags kein Bustourismus

Im neunten Jahr des Projekts „Müritz rundum“ müssen Urlauber auf kostenlose Busfahrten an Sonn- und Feiertagen verzichten. Grund ist ein zunehmender Mangel an Berufskraftfahrern bei der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG). Die Nationalparklinie kann daher nicht mehr an jedem Tag der Woche bedient werden. Ausnahmen gibt es nur zu Pfingsten oder am Herrentag.

Start der Saison in Röbel gefeiert

Trotz dieser Einschränkung feierten die Projektpartner in Röbel den Beginn der neuen Tourismussaison und das neunte Jahr von „Müritz rundum“. Bis Ende Oktober können Urlauber mit der Gästekarte Bus und Bahn in der Region Waren, Kargow, Rechlin, Röbel, Malchow und Klink kostenfrei nutzen. Robert Neidel vom Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte sprach von einem „wichtigen Fortschritt“: Die Gästekarte wird nun während der gesamten Saison auch auf der Strecke zwischen Waren und Neubrandenburg anerkannt. Zudem wurde das Busangebot zwischen Malchow, Göhren-Lebbin und Sietow verbessert.

30 Jahre Nationalparkticket

In Röbel wurde auch das 30. Jubiläum des Müritz-Nationalparktickets gefeiert. „Es war eines der ersten Projekte, das touristische Mobilität und Naturerlebnis konsequent miteinander verbunden hat“, erklärte Robert Neidel. Das Ticket ist weiterhin als Kaufticket für Bus, wahlweise in Kombination mit dem Schiff, für Gäste ohne Gästekarte erhältlich. Mehr als 920.000 Fahrgäste haben es in drei Jahrzehnten genutzt, wie Sigrid Leder von der MVVG mitteilte. „Die Million knacken wir bald.“ Mit „Müritz rundum“ seien jährlich 80.000 bis 100.000 Reisende unterwegs.

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Bürgermeister macht Busfahren schmackhaft

Matthias Mahnke, Vorsitzender des Tourismusverbandes, kündigte an, künftig Einwohner stärker einzubinden, insbesondere Kinder und Jugendliche. Röbels Bürgermeister Matthias Radtke (parteilos) versprach, ab Juli Bürgersprechstunden in den Stadtbus zu verlegen, um das Busfahren attraktiver zu machen. „Busrunden mit dem Bürgermeister, Gespräche während einer Fahrt durch Röbel“, so Radtke. Zum zehnjährigen Jubiläum im nächsten Jahr wird zudem der Lückenschluss zwischen Mirow und Rechlin angestrebt. „Eine bessere Verbindung zwischen der Müritz und der Kleinseenplatte wäre ein starkes Signal“, betonte Mahnke.

Herausforderungen und Chancen

„Müritz rundum“ sei 2018 nicht selbstverständlich vom Himmel gefallen, sondern bleibe eine Herausforderung, sagte Mahnke. In Zeiten knapper Kassen falle es kleinen Kommunen schwer, die Zustimmung für diese freiwillige Leistung zu erhalten. Zudem müsse der Beruf des Busfahrers wieder attraktiver werden. Alexander Krumm aus Röbel und Anja Normann aus Waren, beide Busfahrer bei der MVVG, lieben ihren Job. „Ich fahre sogar die großen Dreiachser, das macht einfach Spaß“, sagt die Verkehrsleiterin. Ihr Kollege schätzt besonders die Begegnungen mit Urlaubern. „Vor allem Berliner staunen immer, wie freundlich hier bei uns die Busfahrer sind.“ Er habe fast ausschließlich gut gelaunte Fahrgäste – ein unschlagbarer Vorteil vom Busfahren in einem Urlaubsparadies.

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