Ostergeschäft in letzter Minute gerettet: Gastwirt vergießt Freudentränen
Eine monatelange Vollsperrung der Güstower Straße (L25) in Prenzlau hat die Existenz des beliebten griechischen Restaurants Kreta und die Arbeitsplätze von fünf Angestellten akut bedroht. Seit Wochen blieben die Gäste aus, und die Betreiber fürchteten das Schlimmste. Doch nun gibt es eine vorläufige Lösung, die das Ostergeschäft rettet und Mitinhaber Zef Vorfi vorerst aufatmen lässt.
Bürgermeister erteilt Sondergenehmigung
Wie der Nordkurier am 1. April 2026 erfuhr, hat Bürgermeister Marek Wöller-Beetz (CDU) höchstpersönlich eine Einzelfallentscheidung getroffen. Da bislang noch keine Bauarbeiter an der Güstower Straße zu sehen sind und die Straße nicht aufgerissen wurde, genehmigt er dem Lokalbetreiber und seinen Gästen bis auf Weiteres die Passage der Baustelle von beiden Seiten. Diese Zwischenlösung gilt ab sofort und ist kein Aprilscherz, betonten die Verantwortlichen.
Nachdem sich die griechischen Wirtsleute öffentlich in der Presse über die existenzbedrohende Situation beklagt hatten, fuhr Marek Wöller-Beetz selbst vor Ort und suchte das Gespräch mit den Unternehmern – gemeinsam mit City-Managerin Susanne Ramm, die das Problem bereits hatte kommen sehen. Die Betreiber bestätigten, dass sich seit Mitte März mitunter nur noch zehn Gäste in das ansonsten gut frequentierte Restaurant verirrten.
Umweg zu weit und zu teuer für Gäste
Die Ausnahme vom ausgeschilderten Durchfahrtsverbot galt bisher nur für Anwohner, nicht für Anlieger, weshalb die Polizei an den Wochenenden bereits Bußgelder verhängt hatte. Der circa 15 Kilometer längere Umweg über Dedelow, um von Prenzlau aus zum Restaurant in der Güstower Straße zu gelangen, erwies sich für viele Gäste als zu weit oder angesichts der hohen Spritpreise als zu teuer. Zef Vorfi legte den Finger auf die Wunde und betonte, dass das Lokal dringend auf einen guten Umsatz bis in den September angewiesen sei, um sich übers Jahr zu rechnen und die Arbeitsplätze zu sichern.
Freundliches Krisengespräch mit Hoffnungsschimmer
Marek Wöller-Beetz bestätigte, dass er sich mit dem Baubetrieb in Verbindung gesetzt und eine übergangsweise Klärung erzielt habe, die allerdings nur für das Kreta gilt. Der Bürgermeister appellierte an alle, die diesen Bereich jetzt passieren, dies rücksichtsvoll und vorausschauend zu tun. Das Durchfahrt verboten-Schild bleibt dabei stehen. Das Krisengespräch endete mit einem freundlichen Händeschütteln und neuer Hoffnung für das Restaurantteam.
Das Kreta-Team freut sich jetzt auf arbeitsreiche Tage. Vorräte sind beschafft, und das große Osterkochen kann beginnen. Geöffnet ist bis Ostermontag durchgehend. Das Personal äußerte den Wunsch, dass die Ausnahmeregelung vielleicht die Feiertage überdauern und dann immer abends sowie an den Wochenenden gelten könnte – sofern keine Bauleute vor Ort sind und der Zustand der Baustelle das Passieren ermöglicht. Marek Wöller-Beetz versprach, alle Möglichkeiten zu prüfen, um die Gastronomie an dieser Stelle langfristig zu retten.



