Vorpommersches Schloss wird zur Reality-TV-Kaderschmiede
Das verträumte Schloss-Hotel in Neetzow im Peenetal ist unter Vorpommern-Kennern, die Weite und Ruhe suchen, längst kein Geheimtipp mehr. Doch in der aufregenden Welt des Showbusiness betritt das historische Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert nun völlig neues Terrain. Ab dieser Woche rückt das imposante Gemäuer in der TV-Produktion „Die Realitystar Academy“ ins Rampenlicht, deren Folgen beim Streamingdienst Joyn ab Donnerstag, dem 16. April, zu sehen sein werden.
Elite-Akademie für künftige TV-Stars
Schloss Neetzow schlüpft als Kulisse in die Rolle einer altehrwürdigen Elite-Akademie, auf der angehende Realitystars alles erlernen, was es braucht, um im harten Fernsehgeschäft zu bestehen. Die gestrenge Lehrerin und Direktorin dieser ungewöhnlichen Bildungseinrichtung ist niemand Geringeres als die bekannte Entertainerin Désirée Nick.
„Eine akademische Ausbildung zum Realitystar ist lange überfällig“, betont Nick. „Wer in diesem Metier bestehen will, braucht ein solides Fundament, Attitude und echtes Talent. Wir suchen keine Eintagsfliegen, sondern Persönlichkeiten mit Substanz – ungeschliffene Talente, aus denen funkelnde Diamanten werden können.“
Die Ausbildung in dieser besonderen Kaderschmiede wird dabei selbst zur unterhaltsamen Show, in der sich 18 Realitystar-Azubis beweisen müssen. Wer nicht performt, fliegt von der Akademie. Auf dem ungewöhnlichen Stundenplan stehen Fächer wie:
- Geschichte
- Biologie
- Deutsch
- Kunst
- Sport
- Sozialkunde
Unterrichtet werden diese Fächer von bekannten Reality-Gesichtern der Branche. In den Prüfungen zählen laut Angaben der Show-Macher kein leeres Drama, sondern echte Reality-Fähigkeiten. Wer sich durchsetzt, besteht nicht nur die Ausbildung, sondern sichert sich auch einen Platz in der nächsten Staffel des TV-Formats „Forsthaus Rampensau Germany“.
Wie das Schloss zum Drehort wurde
Doch wie ist die Münchner Produktionsfirma, die auch für Sendungen wie „Armes Deutschland“, „Hartz, Rot, Gold“ und „Amore unter Palmen“ verantwortlich zeichnet, auf das abgelegene Neetzower Schloss in der vorpommerschen Provinz gestoßen?
„Wir haben eine spezielle Produktionsabteilung, die darauf spezialisiert ist, neue Drehorte zu suchen“, erklärt Ines Mordasini-Furch von „Madame Zheng-Production“. „Für dieses Format hatten wir ein Schloss im Harry Potter-Stil vor Augen, das aber noch bewohnt ist und deshalb über eine funktionierende Infrastruktur verfügt. Über Umwege und Kollegen kamen wir dann auf Schloss Neetzow und haben damit einen echten Glücksgriff getan.“
Die technischen Voraussetzungen waren dabei ebenso wichtig wie der besondere Look der Location. Neben ausreichend Strom und guten Zufahrten benötigte das Produktionsteam:
- Genügend Platz für Regie und Lagerflächen
- Räumlichkeiten für 18 Personen gleichzeitig
- Flexibilität beim Umräumen für Kameras
- Erhaltung des historischen Charmes trotz Umbauten
„All diese Anforderungen waren in Neetzow optimal gegeben“, ergänzt Mordasini-Furch. „Der Look entsprach genau unserer Vorstellung – eine gelungene Mischung aus Harry Potter und Maxton Hall.“
Wirtschaftlicher Impuls für die Region
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Verfügbarkeit von ausreichend Hotelkapazitäten in relativer Nähe, um die gesamte Produktionsmannschaft sowie die Protagonisten vor ihrem Einzug ins Schloss unterbringen zu können. Davon profitierte nicht nur der Hotelbetrieb direkt im Schloss Neetzow, sondern auch zahlreiche Hotels in der Umgebung – bis in die Hansestadt Anklam hinein.
Besonders wertvoll war dieser wirtschaftliche Impuls für die Region, da die Dreharbeiten in einer eher schwachen Buchungszeit Ende November 2025 stattfanden. Für Hoteliers und Dienstleister in Vorpommern eröffnen sich dadurch potenziell neue und lukrative Einnahmequellen.
Positive Bilanz der Zusammenarbeit
Ihren Gastgebern im Peenetal stellt das Team der „Realitystar Academy“ ein durchweg positives Zeugnis aus. Mit Hotelbetreiber Philipp Skaar habe man einen „tollen Sparringspartner im Schloss“ gehabt, der alles möglich gemacht habe, so Mordasini-Furch.
„Auch mit dem Radballverein und dem Bürgermeister konnten wir uns schnell einigen, sodass wir die Turnhalle nutzen durften. Alle Beteiligten waren außerordentlich offen und kooperativ“, berichtet die Produktionsverantwortliche. „Einziges kleines Problem war, dass unser Probentag auf den Termin des Glühweinumtrunks von Neetzow fiel und deshalb kaum Statisten vor Ort verfügbar waren.“
Abschließend verspricht sie: „Auch wenn die Anreise aus Süddeutschland sehr lang war, war vor Ort wirklich alles perfekt organisiert. Wir kommen gerne wieder nach Vorpommern.“
Diese positive Erfahrung zeigt, dass Vorpommern durchaus bereit ist, seine zahlreichen Burgen, Guts- und Herrenhäuser häufiger als attraktive Szenerie für die Film- und Fernsehindustrie bereitzustellen. „Die Realitystar Academy“ ist ab Donnerstag, dem 16. April, mit wöchentlich zwei neuen Folgen kostenlos beim Streamingdienst Joyn zu sehen und verspricht spannende Einblicke in die ungewöhnliche Ausbildung künftiger TV-Stars in historischem Ambiente.



