Die Stadt Kelbra im Kyffhäuserkreis hat einen herben Rückschlag für ihre Tourismuspläne hinnehmen müssen. Die Gründung einer Tourismus GmbH, die mehrere städtische Einrichtungen bündeln und den Haushalt entlasten sollte, ist noch vor dem offiziellen Start gescheitert. Dabei waren die Erwartungen hoch: Mitarbeiter waren bereits eingestellt, die Planungen weit fortgeschritten. Doch nun bleibt der große Wurf aus.
Geplante Bündelung von Tourismusangeboten
Die Idee war ambitioniert: Das Freilichtmuseum Königspfalz Tilleda, der Campingplatz Seecamping Kelbra, der Bürger- und Gästeservice sowie das Knopfmachermuseum sollten in einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) zusammengefasst werden. Ziel war es, Synergien zu nutzen, die Effizienz zu steigern und letztlich den städtischen Haushalt zu entlasten. Die Stadtverwaltung hatte bereits konkrete Schritte eingeleitet, um die Betriebsform umzustellen.
Gründe für das Scheitern
Nach mehreren Verschiebungen steht nun fest: Die Tourismus GmbH wird nicht gegründet. Die genauen Gründe sind vielschichtig. Einerseits spielten rechtliche Hürden eine Rolle, andererseits zeigten sich wirtschaftliche Risiken, die von den Verantwortlichen als zu hoch eingeschätzt wurden. Die Stadt Kelbra hätte die GmbH mit ausreichend Kapital ausstatten müssen, um die laufenden Kosten zu decken, was angesichts der angespannten Haushaltslage nicht darstellbar war. Zudem gab es Bedenken hinsichtlich der langfristigen Rentabilität der einzelnen Einrichtungen.
Auswirkungen auf die Region
Das Scheitern der GmbH ist ein Rückschlag für die Tourismusentwicklung in der Region. Die Königspfalz Tilleda ist ein bedeutendes kulturelles Erbe und zieht jährlich viele Besucher an. Der Campingplatz am Stausee Kelbra ist ein beliebtes Ziel für Urlauber und Wassersportler. Die Stadt muss nun nach alternativen Lösungen suchen, um diese Einrichtungen zu erhalten und zu fördern. Eine Möglichkeit wäre eine stärkere Kooperation mit dem Landkreis oder privaten Investoren.
Reaktionen aus der Politik
Bürgermeister und Stadträte zeigten sich enttäuscht über das Aus des Projekts. Man habe viel Zeit und Geld in die Planung investiert, nun müsse man die Lehren daraus ziehen. Die Opposition kritisiert hingegen, dass die Risiken von Anfang an unterschätzt wurden. Die Stadtverwaltung betont, dass man nun prüfen werde, wie die touristischen Angebote effizienter gestaltet werden können, ohne die städtischen Finanzen übermäßig zu belasten.
Die Zukunft der Königspfalz und des Campingplatzes bleibt vorerst ungewiss. Die Stadt Kelbra steht vor der Herausforderung, die Attraktivität der Region zu erhalten, ohne neue Schulden zu machen. Die Bürger hoffen auf kreative Lösungen, um den Tourismus in der Region langfristig zu sichern.



