Bäckerei-Kette Keim & Brecht OHG meldet Insolvenz an: 150 Arbeitsplätze in Gefahr
Die angespannte Wirtschaftslage trifft zunehmend etablierte mittelständische Unternehmen im Bäckerhandwerk. Ein jüngstes und deutliches Beispiel ist die Keim & Brecht OHG aus dem Landkreis Biberach in Baden-Württemberg. Der traditionsreiche Familienbetrieb hat beim Amtsgericht Ravensburg Insolvenz angemeldet.
Details zur Insolvenz der Bäckerei-Kette
Die Bäckerei- und Konditoreikette betreibt insgesamt 12 Filialen und beschäftigt rund 150 Mitarbeiter. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Tobias Sorg von der dmp solutions GmbH bestellt, wie die Kanzlei auf Anfrage bestätigte. Die Gesellschafter Alexander Keim und Dirk Brecht haben die wirtschaftliche Situation intensiv geprüft, mit dem Ziel, das Unternehmen zu stabilisieren und eine Perspektive für den Fortbestand zu schaffen.
In einer offiziellen Mitteilung betonten die Verantwortlichen, dass der Betrieb in der Region fest verankert ist und für handwerklich hergestellte Backwaren sowie ein breites Angebot steht. Dennoch geriet das Unternehmen in den vergangenen Monaten unter immer stärkeren wirtschaftlichen Druck.
Ursachen für die finanzielle Schieflage
Die Kosten sind in die Höhe geschossen, während gleichzeitig eine spürbare Konsumzurückhaltung beim Kauf von Brot und Brötchen zu verzeichnen ist. Geschäftsführer Fabian Bacher von der Bäckerei-Innung Biberach erklärte die prekäre Lage damit, dass Betriebe mit hohem Energieverbrauch die steigenden Energie- und Lohnkosten besonders stark zu spüren bekommen.
„Gerade angesichts der aktuellen Wirtschaftslage spüren Betriebe mit hohem Energieverbrauch die steigenden Energie- und Lohnkosten“, so Bacher. Diese Faktoren haben maßgeblich zur Insolvenz der Bäckerei-Kette beigetragen.
Aktuelle Situation und Zukunftsperspektiven
Für Mitarbeiter und Kunden von Keim & Brecht gibt es zunächst eine gute Nachricht: Der Geschäftsbetrieb läuft trotz der Insolvenz weiter. Die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld abgesichert, und alle Filialen bleiben geöffnet. Auch Lieferkunden werden weiterhin beliefert.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Sorg erklärte: „Unser vorrangiges Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und eine tragfähige Lösung für das Unternehmen zu entwickeln.“ Erste Gespräche mit den Verantwortlichen und der Belegschaft haben bereits stattgefunden.
Die Mitarbeiter von dmp solutions sind spezialisiert auf die Umstrukturierung mittelständischer Unternehmen, insbesondere im Lebensmittelbereich. Derzeit sind sie auch mit der Sanierung der insolventen Großbäckerei Rackl beschäftigt, die etwa 500 Mitarbeiter hat.
Nun werden mögliche Sanierungspläne oder Investorenlösungen geprüft. Das erklärte Ziel lautet, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und den traditionsreichen Betrieb langfristig zu sichern. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob eine Rettung der Bäckerei-Kette gelingen kann.



