Erhalt statt Ersatz: In China werden iPhones wie Autos repariert
Verspachteln und Polieren – Reparaturen, die wir hier vom Auto kennen, gibt es in China auch für iPhones. Ein Video zeigt, wie Dellen am Gehäuse eines iPhone 17 Pro Max gespachtelt, geschliffen und lackiert werden. In Europa ist so eine Arbeit meist zu teuer – trotzdem könnten solche Methoden den Reparaturmarkt verändern.
Feinarbeit am iPhone-Gehäuse
Ein Post auf X zeigt ein iPhone 17 Pro Max mit mehreren Dellen im Aluminiumgehäuse. Das Material ist weicher als frühere Titanrahmen und damit anfälliger für Kratzer und Schrammen. Im Video füllen Fachleute die beschädigten Stellen mit Spachtel, reiben Überschüsse ab und behandeln die Fläche mit Farbe. Danach sind die Dellen praktisch nicht mehr zu erkennen. Der Ablauf erinnert an typische Karosseriearbeiten am Auto.
Warum sich das in China eher lohnt
Mehrere Faktoren begünstigen diese Reparaturen:
- Viel Erfahrung mit Elektronik und sehr spezialisierte Werkstätten
- Der Preisabstand zwischen Lohnniveau und Gerätekosten
In China liegt das Durchschnittsgehalt zwischen 13.000 und 14.000 Euro. Ein iPhone kostet jedoch ähnlich viel wie in Europa, wo Gehälter drei- bis viermal höher sind. Reparaturen helfen daher, ein Gerät möglichst lange nutzen zu können und den Wiederverkaufswert zu sichern.
Grenzen in Deutschland und mögliche Zukunft
In Deutschland wären solche Arbeiten kaum wirtschaftlich. Das Ausbessern einer Delle am Gehäuse kann mehrere Stunden dauern. Oft ist der komplette Austausch des Gehäuses am Ende günstiger.
Trotzdem entstehen neue Methoden:
- Für ältere iPhones bieten auch Reparatur-Shops an, eine beschädigte Glasrückseite per Laser zu tauschen, der den Klebstoff darunter löst.
- In China gibt es mittlerweile sogar Dienstleister, die das Entfernen von Displaykratzern durch gleichmäßiges Abpolieren anbieten.
Solche Ansätze setzen auf Erhalt statt auf Ersatz. Vor dem Hintergrund des wachsenden E-Müll-Problems, das immer mehr zu einer Bedrohung für die Umwelt wird, könnten Reparatur-Innovationen an Bedeutung gewinnen.
Die EU will mit neuen Regeln Reparaturen erleichtern und Geräte länger nutzbar machen. In chinesischen Technologiezentren wie Shenzhen und Guangzhou ist diese Denkweise vielerorts schon Alltag. Dort zählt oft nicht der schnelle Tausch, sondern die präzise Wiederherstellung.



