Commerzbank verteidigt Unabhängigkeit im Streit mit UniCredit
Im anhaltenden Übernahmekonflikt zwischen der Commerzbank und der italienischen UniCredit zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab. Der Dax-Konzern aus Frankfurt am Main betont erneut seine Entschlossenheit, eigenständig zu bleiben, und kündigt für Anfang Mai die Verkündung neuer Finanzziele an. Aus Sicht der Commerzbank ist aktuell keine einvernehmliche Vereinbarung mit der UniCredit erkennbar, wie das Geldhaus in einer aktuellen Mitteilung darlegt.
Vertrauensbildung durch UniCredit erschwert
Die Commerzbank kritisiert das Vorgehen der UniCredit scharf. Mehrere Interaktionen in den vergangenen Wochen dienten dazu, die Grundlagen und Potenziale des Übernahmeangebots konstruktiv zu prüfen. Allerdings hätten die mündlich skizzierten Eckpfeiler einer möglichen Transaktion kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial für die Commerzbank-Aktionäre über die bestehende Strategie hinaus aufgezeigt. Ein Großteil des von UniCredit angepriesenen Potenzials beruhe nicht auf einer Fusion beider Institute und könne somit auch von der Commerzbank eigenständig realisiert werden, ohne die erheblichen Umsetzungsrisiken einer Übernahme.
Hinzu kommt, dass die bisherigen Schritte und Veröffentlichungen der UniCredit wiederholt ohne vorherige Abstimmung mit der Commerzbank erfolgten. Dieses Vorgehen erschwere den Aufbau des für eine erfolgreiche Transaktion notwendigen gegenseitigen Vertrauens nachhaltig, bekräftigte das Frankfurter Geldhaus.
UniCredit als größter Aktionär drängt auf Übernahme
Die UniCredit, die mit einem direkten Anteil von 26 Prozent bereits größter Aktionär der Commerzbank ist und nach jüngsten Angaben insgesamt Zugriff auf knapp unter 30 Prozent der Anteile hat, hatte Mitte März ein freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien angekündigt. In einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Mai will sich die italienische Großbank die Zustimmung ihrer Aktionäre für die erforderliche Kapitalerhöhung einholen.
UniCredit-Chef Andrea Orcel wirbt seit dem Einstieg seines Instituts im September 2024 für eine Übernahme der Commerzbank. Er argumentiert, dass Europa im Wettlauf mit starken US-Geldhäusern größere Banken benötige. Die Commerzbank hingegen bleibt bei ihrer Linie und plant, mit der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal am 8. Mai eine Anhebung ihrer Finanzziele zu kommunizieren.
Der Konflikt zwischen den beiden Finanzinstituten bleibt somit ungelöst. Während UniCredit auf Expansion setzt, pocht die Commerzbank auf ihre Unabhängigkeit und die Fähigkeit, eigenständig Wachstum zu generieren. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob eine Einigung doch noch möglich ist oder ob die Fronten verhärten.



