Güstrower Kfz-Meister baut DDR-Moped zur Rennmaschine um: Bis zu 140 km/h schnell
DDR-Moped zur Rennmaschine umgebaut: Bis zu 140 km/h schnell

Güstrower Kfz-Meister verwandelt DDR-Moped in Hochleistungs-Rennmaschine

In Güstrow-Priemerburg hat Kfz-Meister Thomas Ullrich ein beeindruckendes Zeichen für sein Handwerk gesetzt. Der 38-jährige Unternehmer, der seit 2020 einen eigenen Auto- und Zweiradservice mit vier Mitarbeitern führt, hat eine Simson S51 in eine voll funktionsfähige Rennmaschine umgebaut. Das Projekt, das er gemeinsam mit Uwe Gadebusch über drei Jahre hinweg realisierte, demonstriert die vielfältigen Möglichkeiten des Handwerks und dient als Aushängeschild für seine wachsende Werkstatt.

Vom einfachen Rahmen zur speziellen Rennkonstruktion

Ausgangspunkt war lediglich der Rahmen einer Simson S51, den Ullrich und sein Team grundlegend modifizierten. Ein ungewöhnliches Detail ist das Zentralfederbein vor dem Hinterrad, eine Technik, die nach der Wende nur bei der Simson MS 50 Sperber üblich war. „Wir wollten zeigen, dass Handwerk mehr kann als Standardreparaturen“, erklärt Thomas Ullrich. Für die Vorderradbremse integrierten die Tüftler eine große Duplex-Trommelbremse aus den 1970er-Jahren von einer Honda, wobei sie alle 36 Speichen selbst anfertigten – eine feine Handarbeit, bei der das Gewinde aufgewalzt wurde, um Materialverlust zu vermeiden.

Moderne Technik trifft auf Oldtimer-Charakter

Das Ergebnis ist eine Rennmaschine, die traditionelle Ästhetik mit moderner Ausstattung verbindet. Neben dem Zwei-Takt-Motor mit 18,5 PS, 110 Kubikzentimetern und einem Fünf-Gang-Getriebe verfügt das Bike über eine vollelektronische Zündung, digitale Tacho- und Drehzahlmesser sowie kompakte LED-Lampen. Besonders hervorstechend ist der sogenannte Laubbläserauspuff, der vor dem Motor positioniert ist und eine aufgewickelte Optik bietet. Mit einer langen Übersetzung erreicht die Maschine Geschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde.

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Werkstatt wächst und erweitert ihr Angebot

Seit einem halben Jahr steht das fertige Motorrad am Eingang der neuen Firmenwerkstatt in Güstrow, die Ullrich Anfang Februar auf einem historischen Gelände in Priemerburg erworben hat. Das Areal, das einst zum Heereszeugamt gehörte und nach dem Krieg als Landtechnisches Instandsetzungswerk genutzt wurde, bietet nun Platz für vier Hebebühnen und die Reparatur von Wohnmobilen sowie Transportern. Autoreparaturen machen zwei Drittel der Arbeit aus, wobei Ullrich auch Oldtimer wie einen Trabant 500, einen Wartburg oder einen DDR-Multicar instand setzt.

Als Spezialist für Zweiräder, insbesondere DDR-Fabrikate wie Simson, MZ und AWO, hat Ullrich mit Philipp Zippel einen weiteren Experten ins Team geholt, der das Portfolio um die Reparatur von Motorsägen erweitert. „Alles, was technisch machbar ist, wird bei uns repariert – sei es ein Rasentraktor oder eine Kettensäge“, betont Ullrich. Zukünftige Pläne umfassen die Erweiterung des Ersatzteilhandels, die Installation einer Lackierkabine und spezielle Umbauten an Trabbi und Wartburg mit individuellen Abgasanlagen.

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