München/Wolfsburg – Eine ungewöhnliche Geste aus München: Bayern-Boss Max Eberl (52) hat Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking (61) nach dem wichtigen Sieg gegen Union Berlin (2:1) persönlich gratuliert. Die Nachricht kam per digitaler Post und sorgte beim VfL-Coach für Freude.
„Geht doch“ – Eberls kurze, aber herzliche Botschaft
„Er hat mir zum Sieg in Berlin gratuliert, von wegen: ‚Geht doch‘“, verrät Hecking im Gespräch mit den Medien. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Borussia Mönchengladbach, wo sie von Ende 2016 bis Sommer 2019 zusammenarbeiteten. „Unser privates Verhältnis ist außergewöhnlich gut“, betont Hecking und fügt hinzu: „Wir sprechen auch nicht nur über Fußball.“ Die Freundschaft zwischen dem Bayern-Sportvorstand und dem Wolfsburg-Trainer besteht also auch abseits des Platzes.
Klassenerhalt weiterhin unsicher
Ob der deutsche Meister den Wolfsburgern am Saisonende auch zum Klassenerhalt gratulieren kann, bleibt abzuwarten. Aktuell hat der VfL zwei Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz, den derzeit der FC St. Pauli innehat. Die Kiezkicker spielen am Samstag in Heidenheim. Bei einer Pleite der Wölfe und einem Sieg der Hamburger würde der Relegationsrang in weite Ferne rücken. „Rechnereien machen dich nur mürbe“, sagt Hecking und ergänzt: „Man darf nicht zu früh All-in gehen in der jetzigen Phase. Denn es sind noch vier Spiele und es können noch kuriose Ergebnisse passieren. Deswegen ist es wichtig, sich auf das zu fokussieren, was wir beeinflussen können.“
Sieg gegen Union beflügelt die Mannschaft
Der Erfolg bei Union Berlin hat den Wölfen nach zwölf sieglosen Spielen endlich wieder Auftrieb gegeben. „Wenn man zwölf Spiele nicht gewonnen hat und massiv in der Kritik steht, dann ist doch klar, dass so ein Sieg etwas freisetzt“, so Hecking. Die Mannschaft zeigte Moral und kämpfte sich zum verdienten Dreier. Nun gilt es, diesen Schwung mitzunehmen in die entscheidende Phase der Saison.
Kapitän Arnold weiterhin mit Leistenproblemen
Eine ungewohnte Rolle muss weiterhin Maximilian Arnold (31) ertragen. Der Kapitän des VfL Wolfsburg plagt sich seit Wochen mit Leistenproblemen und hat dadurch seinen in der Vergangenheit unangefochtenen Stammplatz verloren. „Es ist im Moment seine Rolle, dass er von der Bank kommt. Es ist leider so, dass er diese Verletzung mit sich herumträgt, die ihn Gott sei Dank nicht so behindert, dass er gar nicht zur Verfügung stehen kann. Er ist aber auch nicht am Leistungsmaximum“, erklärt Hecking. Und weiter: „Für ihn und uns ist es extrem wichtig, dass er dabei ist. Im Moment sehe ich von Beginn an von der körperlichen Fitness her aber andere Spieler in einer besseren Position als ihn. Es ist nicht einfach für ihn, weil er der Kapitän ist und uns unbedingt auf dem Platz helfen will.“
Die Situation ist für Arnold und das Team eine zusätzliche Belastung. Dennoch zeigt der Kapitän Moral und kämpft sich zurück. Ob er gegen seinen Ex-Klub Gladbach am Samstag (15.30 Uhr, Sky) von Beginn an spielen kann, bleibt abzuwarten. Hecking wird die Entscheidung kurzfristig treffen.



