Einkaufswagen-Stau, Rempler, Stress! Wer schnell durch den Supermarkt will, kennt das Problem: Die Gänge sind viel zu eng. Ausweichen? Kaum möglich. Der Frust ist programmiert. Jetzt zeigt eine Studie: Das nervt nicht nur Kunden – es kostet die Händler richtig Geld.
Studie der Universität Innsbruck
Forscher der Universität Innsbruck beobachteten zwölf Wochen lang einen Supermarkt in Tirol. Zunächst standen in einem Gang mehrere Warenaufsteller, also zusätzliche Verkaufsständer mit Aktionsware. Später wurden sie entfernt. Das Ergebnis überrascht: Mit Aufstellern lag der Umsatzanteil bei 4,33 Prozent. Ohne bei 4,83 Prozent. Klingt wenig – ist aber für Supermärkte eine ordentliche Summe! Denn anders gesagt: Ohne Hindernisse wurden in dem Gang 11,5 Prozent mehr Umsatz gemacht!
Eigentlich sollen die Aufsteller Kunden zu spontanen Käufen verleiten. Doch genau das Gegenteil passiert. Die Forscher stellten fest: Haben Kunden mehr Platz, bleiben sie länger stehen, schauen sich Produkte genauer an – und greifen öfter zu. Ist es dagegen eng, wollen viele nur eins: schnell raus.
Mit Einkaufswagen wird es richtig schlimm
Besonders stark ist der Effekt bei Kunden mit Einkaufswagen. Die Forscher schreiben: „Sie sehen den Einkaufswagen als Erweiterung ihres Körpers.“ Heißt: Wird es eng, fühlen sie sich schneller eingeengt – und kaufen weniger. In der Studie griffen Kunden mit Wagen in breiten Gängen deutlich häufiger zu Produkten als in engen.
So breit müssen die Gänge wirklich sein
Dabei gibt es klare Regeln! Grundlage ist die sogenannte Muster-Verkaufsstättenverordnung. Darin steht: Hauptgänge in größeren Märkten müssen mindestens zwei Meter breit sein und dürfen nicht durch Aufsteller verengt werden. Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung betont: Die Wege müssen frei bleiben – schon aus Sicherheitsgründen. Die Realität sieht oft anders aus: Paletten, Aktionsstände und Zusatzware machen viele Gänge deutlich enger.
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