Nach 23 Jahren pleite: Europas größter Online-Stoffhändler The Creative Club stellt Betrieb ein
Europas größter Online-Stoffhändler nach 23 Jahren pleite

Das Ende einer Ära: Europas führender Online-Stoffhändler stellt nach 23 Jahren Betrieb ein

Ein trauriges Kapitel in der Geschichte des deutschen E-Commerce: The Creative Club, einst Europas größter Online-Stoffhändler, hat nach 23 Jahren Geschäftstätigkeit Insolvenz angemeldet und den Betrieb komplett eingestellt. Die Konsequenz ist hart: 170 Mitarbeiter in Schenefeld und Halstenbek in Schleswig-Holstein verlieren ihren Arbeitsplatz.

Alle Rettungsversuche gescheitert

Insolvenzverwalter Nicolas Kaiser (49) bestätigte gegenüber Medien: „Der Betrieb wird eingestellt.“ Trotz anfänglicher Hoffnungen auf eine Rettung des Unternehmens konnten nach der Insolvenzeröffnung am 1. Januar 2026 Mieten und Gehälter nicht mehr vollständig bezahlt werden. Die riesigen Lager in Schenefeld und Halstenbek wurden bereits ausgeräumt, die Ware ist verkauft.

Die Suche nach Investoren blieb erfolglos. „Es gab keinen Interessenten für eine Betriebsfortführung“, so Kaiser. Einige potenzielle Käufer hätten lediglich Teile der Belegschaft übernehmen wollen, andere interessierten sich ausschließlich für Firmenwerte wie die Domain stoffe.de. Die Angebote seien jedoch nicht ausreichend gewesen, um im Interesse der Gläubiger zuzustimmen.

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Eine Erfolgsgeschichte mit dunklen Seiten

Die Geschichte des Unternehmens begann 2003 unter dem Namen fabfab. Der Onlinehandel mit Stoffen, Schnittmustern und digitalen Nähkursen wuchs stetig und erreichte während der Corona-Pandemie einen Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro. 2021 erfolgte die Umbenennung in The Creative Club.

In der Blütezeit verließen täglich bis zu 4000 Pakete das Logistikzentrum in Schenefeld. Dennoch schrieb das Unternehmen laut eigenen Angaben nie schwarze Zahlen. Jahrelang glich eine luxemburgische Holding als Hauptgesellschafter die Verluste aus. Als diese zu hoch wurden und kein frisches Kapital mehr floss, blieb nur der Weg zum Amtsgericht.

Was bleibt für Kunden und Mitarbeiter?

Für die 170 betroffenen Mitarbeiter bedeutet die Insolvenz die Kündigung. Die Website stoffe.de ist zwar noch erreichbar, verkauft aber keine Produkte mehr. Ein Hinweis auf der Seite informiert Kunden, dass das Sortiment abverkauft ist und bereits getätigte Bestellungen noch abgearbeitet werden. Bereits gekaufte digitale Produkte und Videokurse müssen bis zum 11. Februar 2026 heruntergeladen werden, da deren Bereitstellung danach nicht mehr gewährleistet werden kann.

Einzig die Domain stoffe.de und die Markenrechte könnten überleben – darüber laufen noch Verhandlungen. Damit endet die Ära eines Pioniers im europäischen Online-Stoffhandel, der trotz Millionenumsätzen und Marktführerschaft nie profitabel wirtschaften konnte.

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