Lufthansa und Ver.di vereinbaren Tarifvertrag für neue Tochtergesellschaft City Airlines
Inmitten der anhaltenden Streiks des UFO-Kabinenpersonals haben sich die Lufthansa und die Gewerkschaft Ver.di auf einen umfassenden Tarifvertrag für die neu gegründete Tochtergesellschaft City Airlines geeinigt. Diese Einigung markiert einen bedeutenden Schritt für die Arbeitsbedingungen des fliegenden Personals, während gleichzeitig bei der Konkurrenzgewerkschaft UFO Arbeitsniederlegungen stattfinden.
Stabile Basis für Wachstum trotz wettbewerbsintensivem Markt
Die City Airlines mit Sitz in München soll künftig verstärkt regionale Zubringerflüge übernehmen, die bisher von der nahezu namensgleichen Lufthansa Cityline bedient wurden. Die erstmals abgeschlossenen Tarifverträge gelten für das gesamte fliegende Personal, einschließlich der Pilotinnen und Piloten. Laut Lufthansa haben sich die Beschäftigten mehrheitlich für Ver.di als Vertretung entschieden.
Die Einigung schafft nach Unternehmensangaben eine stabile Basis für weiteres Wachstum und berücksichtigt dabei die wirtschaftlichen Herausforderungen des äußerst wettbewerbsintensiven europäischen Kurzstreckenmarktes. Ver.di-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky betonte: "Das waren harte und intensive Verhandlungen, aber sie haben sich gelohnt! Die Beschäftigten erhalten innerhalb der nächsten Jahre deutlich mehr Gehalt und auch die Arbeitsbedingungen werden trotz des enormen Wachstumspfades Schritt für Schritt verbessert."
Konkrete Verbesserungen für Beschäftigte
Die vereinbarten Verbesserungen umfassen bei einer Laufzeit von drei Jahren:
- Erhöhte Gehälter für das fliegende Personal
- Zusätzliche freie Tage und ein zusätzlicher Urlaubstag
- Weitere Regelungen zur Arbeitszeitgestaltung
Bisher galten bei der City Airlines einseitig vom Unternehmen festgelegte Arbeitsbedingungen. Der neue Tarifvertrag stellt somit eine wesentliche Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Beschäftigten dar.
Ver.di festigt Position im Lufthansa-Konzern
Mit diesem Vertrag festigt die Gewerkschaft Ver.di ihre Position innerhalb des Lufthansa-Konzerns. Bereits bei Discover Airlines, Eurowings und beim Lufthansa-Bodenpersonal fungiert die DGB-Gewerkschaft als Tarifpartner. Im Gegensatz dazu wird das fliegende Personal bei den aktuell bestreikten Betrieben der Lufthansa Classic und Cityline überwiegend von den Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit und UFO vertreten.
Die parallelen Entwicklungen – Tarifeinigung bei der neuen City Airlines einerseits und anhaltende Streiks bei der etablierten Cityline andererseits – verdeutlichen die komplexe Tariflandschaft in der deutschen Luftfahrtbranche. Während Ver.di mit Lufthansa einen konstruktiven Dialog pflegt, kämpft UFO bei der Cityline weiterhin um einen Sozialplan angesichts der drohenden Schließung.



