Der Playmobil-Hersteller Horst-Brandstätter-Group aus Zirndorf in Franken hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/2025 erneut deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Die Einnahmen sanken auf 409 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Im Vorjahr hatte der Umsatz noch bei 490 Millionen Euro gelegen, wobei ein Unternehmenssprecher nun von 449 Millionen Euro „Nettoumsatz“ sprach. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2020/21 erzielte das Unternehmen noch rund 760 Millionen Euro.
Strategische Neuausrichtung mit negativem Ergebnis
„Der Umsatzrückgang hat sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich abgeschwächt“, erklärte das Unternehmen. „Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung wurden umfassende strukturelle Anpassungen mit hohen Investitionen umgesetzt und in Kauf genommen, dass das Ergebnis vorübergehend negativ bleibt.“ Zur konkreten Höhe der Verluste machte die Horst-Brandstätter-Group keine Angaben. Bereits zuvor hatte das Unternehmen rund 700 Stellen im In- und Ausland abgebaut. Mittel- bis langfristig strebt das Management wieder profitables Wachstum an.
Neue Zielgruppen und Kooperationen
Im laufenden Geschäftsjahr sollen für die Marke Playmobil neue Zielgruppen erschlossen werden. Vielversprechend seien etwa die Verkaufszahlen der Figuren der Fußball-Nationalmannschaft, die im Rahmen eines Lizenzgeschäfts mit dem Deutschen Fußball-Bund angeboten werden. Im September sollen zudem Figuren aller Fußball-Bundesliga-Mannschaften folgen. „Die intensive Entwicklungsarbeit der vergangenen Jahre zahlt sich zunehmend aus“, sagte Playmobil-Vorstand Bahri Kurter. „Wir sehen, dass unsere neuen Produkte und Kooperationen im Markt auf großes Interesse stoßen und unsere Markenpräsenz stärken.“
Produktionsverlagerung ins Ausland
Das Unternehmen wird im Juni die Produktion von Playmobil-Figuren in Deutschland beenden. Im Werk im mittelfränkischen Dietenhofen sollen dann nur noch Pflanzkübel der Marke Lechuza hergestellt werden. Bis zu 350 Mitarbeiter verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz. Die Produktion der Spielfiguren soll in anderen Ländern wie Malta und Tschechien fortgeführt werden. Der 2015 verstorbene Firmenpatriarch Horst Brandstätter hatte die Figuren 1974 auf den Markt gebracht und damit einen Welterfolg geschaffen.



