Der Handelskonzern Rewe Group hat neue Geschäftszahlen vorgelegt und kündigt Widerstand gegen weitere Preiserhöhungen der Hersteller an. Lionel Souque, Chef der Rewe Group, sagt im Gespräch mit BILD: Hersteller können sich auf harte Zeiten und Verhandlungen einstellen.
„Wenn jeder Lieferant die Preise erhöht und die Kosten einfach weitergibt, dann landet am Ende alles beim Kunden – und das wird nicht gut gehen“, warnt Souque. Seine Linie ist klar: Hersteller sollen steigende Kosten zunächst selbst tragen. „Wir werden bei höheren Preiserhöhungen nicht mitgehen.“
Kaufverhalten verändert sich
Das Kaufverhalten der Verbraucher hat sich verändert. Kunden vergleichen stärker, kaufen gezielt in mehreren Läden und wechseln häufiger zwischen Supermarkt und Discounter. Einen massenhaften Wechsel zu Discountern sieht Rewe aber nicht. Stattdessen wird clever eingekauft: „Die meisten kaufen in zwei, drei oder vier Läden – mal Supermarkt, mal Discounter, je nach Angebot.“
Deutlich ist der Trend zu günstigeren Eigenmarken. Beispiel Schokolade: Markenprodukte sind deutlich teurer geworden, während Eigenmarken preislich stabil bleiben. Das erhöht den Druck auf große Hersteller. Die Strategie zahlt sich aus: Die Rewe Group überschritt die Marke von 100 Milliarden Euro Umsatz.
Reisegeschäft wächst um 18 Prozent
Überraschend stark entwickelt sich das Reisegeschäft mit einem Plus von 18 Prozent. Rewe gehört hier zu den größten Anbietern Europas. Auch digital wächst der Konzern: Rund 11 Millionen Nutzer verwenden die Bonus-App, über 30 Prozent des Umsatzes laufen darüber.
Weniger rosig läuft es beim Lieferservice. Zwar wächst das Geschäft kräftig, doch Geld verdient Rewe Group damit bisher nicht. „Wir wachsen zweistellig. 2025 lagen wir bei 20 Prozent. Aber es ist weiterhin nicht profitabel“, sagt Lionel Souque zu BILD.
Das sagt der Rewe-Chef über den 1000-Euro-Steuerbonus
Beim geplanten 1000-Euro-Steuerbonus für Mitarbeiter zeigt sich Souque zurückhaltend. Bei rund 270.000 Beschäftigten würde das etwa 270 Millionen Euro kosten. Eine Entscheidung hängt von der finalen Ausgestaltung ab. „Wir müssen schauen, wie die Regelung aussieht.“



