Deutsche Süßwaren-Kette House of Sweets in existenzieller Krise
Die einst florierende Süßwaren-Kette House of Sweets befindet sich in schwerem Fahrwasser. Nachdem bereits Ende Februar der Standort in Braunschweig schließen musste, hat es nun auch die bisher größte Filiale in Hannover getroffen. Ein herber Rückschlag für das Unternehmen, das 2018 mit dem Traum vom süßen Leben startete und durch importierte Süßigkeiten aus der ganzen Welt Millionen-Umsätze erzielte.
Vom Erfolg zur Insolvenz: Die Hannover-Filiale macht dicht
Der Store in Hannover auf rund 350 Quadratmetern war erst im Sommer 2024 unter der Geschäftsführung von Deniz Karadag eröffnet worden. Karadag hatte die Geschäftsidee gemeinsam mit seinen Cousins Tahir und Sahin Gülsahin entwickelt. Das Konzept schien perfekt zu funktionieren: Durch prominente Unterstützung, etwa einen Auftritt in der Youtube-Show „Zuhause mit Sido“ des Berliner Rappers, und intensive Social-Media-Präsenz brummte das Geschäft zunächst.
Doch am 2. April 2026 wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der House of Sweets Hannover GmbH eröffnet. Damit endet vorerst die Erfolgsgeschichte an diesem Standort. Die Gründer betonen jedoch, dass die Insolvenz nur die Hannover-Firma betrifft. „Wir haben ja mehrere Firmen“, erklärt Tahir Gülsahin (34), der als Geschäftsführer für den ebenfalls insolventen Standort in Braunschweig eingetragen ist.
Die Gründe für den Niedergang
Gülsahin führt die Schließungen auf die generell schwierige Situation im Einzelhandel zurück: „Es kommen immer weniger Käufer in die Städte und damit auch in unsere Geschäfte. Es gibt nicht umsonst so viele Leerstände.“ Ein weiterer schwerer Schlag war ein Brand im August 2024 im Warenlager des Unternehmens in Thiede, einem Stadtteil von Salzgitter. Dabei entstand ein Schaden in Millionenhöhe.
Aktuell ist auch der Online-Shop nicht verfügbar. Auf der Homepage wird dies mit einem „Umzug in eine größere Lagerhalle“ begründet. Die Hauptfirma und der Online-Shop sollen jedoch bald wieder aktiv sein.
Die aktuelle Lage der Kette
Trotz der Rückschläge zeigt sich Tahir Gülsahin optimistisch: „Wir haben noch sieben Filialen, unter anderem in Hamburg, Bremen, Leipzig und Berlin.“ Einst umfasste das Netzwerk elf Standorte, teils mit mehreren Filialen, die sowohl selbst betrieben als auch über Franchisenehmer geführt wurden. Bereits dauerhaft geschlossen sind jedoch die Shops in:
- Stuttgart
- Dortmund
- Oberhausen
- Kassel
Der Unternehmer glaubt weiterhin an die Zukunft der Geschäftsidee mit internationalen Süßigkeiten. Doch der Weg zurück zur alten Stärke wird kein Zuckerschlecken. Die Kette muss sich in einem schwierigen Marktumfeld behaupten, während der stationäre Einzelhandel generell unter Druck steht.



