Rattengift in Hipp-Babybrei: Erpresser vergiften Gläser in drei Ländern
Die Erpressung des Babynahrungsherstellers Hipp hat ein gefährliches Ausmaß angenommen. In drei europäischen Ländern wurden insgesamt fünf mit Rattengift manipulierte Babybrei-Gläser der Marke entdeckt. Die deutsche Polizei warnt nun ausdrücklich vor den vergifteten Produkten und gibt konkrete Hinweise für besorgte Eltern.
Fünf vergiftete Gläser in Nachbarländern gefunden
Im Rahmen der Ermittlungen wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei fünf manipulierte Babynahrungsgläser sichergestellt. Ein Glas war bereits verkauft worden, bevor die Manipulation entdeckt wurde. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass laut Polizeiangaben möglicherweise noch ein sechstes vergiftetes Glas im Umlauf sein könnte. Die Laboruntersuchungen bestätigten eindeutig, dass die Gläser mit Rattengift versetzt wurden – eine Substanz, die für Babys wahrscheinlich tödlich wäre.
Skrupellose Erpressung mit tödlicher Drohung
Der Hersteller Hipp soll bereits Ende März eine Droh-Mail erhalten haben, in der Erpresser zwei Millionen Euro forderten. Die E-Mail mit der konkreten Drohung sei laut österreichischen Medienberichten bereits am 27. März eingegangen. Die Täter drohten damit, gezielt vergiftete Babygläschen in Supermärkten zu platzieren, sollte das Geld nicht bis spätestens 2. April gezahlt werden. Konkret nannten sie Tesco-Filialen in Brünn (Tschechien), Dunajská Streda in der Slowakei und eine Interspar-Filiale in Eisenstadt. Die Erpresser machten ihre Drohung wahr und platzierten tatsächlich vergiftete Produkte.
Vorsorgliche Maßnahmen und Rückrufaktionen
Seit vergangenen Freitag wird speziell vor manipulierten Produkten der Sorte „Karotten mit Kartoffeln“ (190 Gramm) gewarnt. Hipp startete einen umfassenden Rückruf für das gesamte Sortiment an Babykost bei der Supermarktkette Spar in Österreich. Die Drogeriemarkt-Kette dm nahm vorsorglich Babybrei-Gläschen von Hipp in ihren österreichischen Filialen aus den Regalen. In allen Märkten und Verteilzentren wird die Babynahrung nun auf Beschädigungen des Deckels oder verdächtige Kennzeichnungen überprüft.
Polizei gibt konkrete Sicherheitshinweise für Eltern
Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord hat klare Anweisungen für besorgte Eltern veröffentlicht:
- Bei Auffälligkeiten an Babykostgläschen sofort auf Verzehr verzichten
- Umgehend die örtlich zuständige Polizei verständigen
- Beim Öffnen auf das charakteristische Knack-Geräusch achten
- Den Geruch des Glasinhalts überprüfen
- Auf weiße Aufkleber mit roten Kreisen am Glasboden achten
Die Kriminalpolizei Ingolstadt führt unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Ingolstadt ein Verfahren wegen Verdachts der versuchten Erpressung. In Österreich ermitteln die Behörden wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung.
Hipp bestätigt Erpressung und kooperiert mit Behörden
Der Babynahrungshersteller bestätigte am späten Nachmittag: „Hipp ist Opfer einer Erpressung.“ Der Erpresser habe eine Nachricht an ein unpersonalisiertes Sammelpostfach geschickt, das im Rahmen der Standardprozesse nur in größeren zeitlichen Abständen gesichtet werde. Unmittelbar nach Kenntnisnahme sei sofort die Polizei informiert worden. Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, könnten derzeit nur gesicherte und behördlich freigegebene Informationen mitgeteilt werden.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, während Eltern in mehreren Ländern verunsichert sind. Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, wachsam zu sein und verdächtige Produkte sofort zu melden.



