Schnittblumenabsatz in Deutschland bricht um 9,5 Prozent ein
Schnittblumenabsatz in Deutschland bricht ein

Die Menschen in Deutschland haben im Jahr 2025 deutlich weniger Schnittblumen gekauft. Die gekaufte Menge sank im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent, wie das Marktforschungsunternehmen YouGov ermittelte. Im Durchschnitt griffen Käufer nur noch 6,2-mal zu Sträußen oder einzelnen Stielen – 2024 waren es noch 6,5-mal. Auch die Zahl der Blumenkäufer insgesamt ging zurück.

Rückgang setzt sich fort

Die Zahlen umfassen neben einzelnen Schnittblumen auch Kränze, Gestecke, Gebinde, Trockenblumen sowie Mono- und Mischsträuße. Ein Strauß wird dabei als eine Einheit gezählt. Erfasst wurden ausschließlich private Käufe. Der Abwärtstrend hält bereits seit mehreren Jahren an: 2025 lag die Menge der gekauften Schnittblumen 19 Prozent unter dem Niveau von 2022.

Gründe für die sinkende Nachfrage

YouGov-Marktforscherin Petra Süptitz sieht mehrere Ursachen. „Wir leben in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Die Sparneigung ist hoch. Die Menschen überlegen beim Einkaufen genau, was sie wirklich brauchen.“ Schnittblumen seien etwas, das man sich gönne oder anderen schenke, um eine Freude zu machen. „Aber man braucht sie nicht unbedingt, sie sind verzichtbarer Luxus“, so Süptitz.

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Ein weiterer Faktor sind die gestiegenen Preise. 2025 kostete ein Bund Schnittblumen im Durchschnitt 7,26 Euro, im Vorjahr waren es 6,59 Euro. „Die Teuerung der Betriebsmittel wie Energie, Transport und Arbeitskraft wirkt sich ebenso stark auf die Produktionskosten aus wie die Preissteigerungen bei Dünger und Pflanzenschutzmaßnahmen“, erklärt Britta Tröster, Marktanalystin der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Die Betriebe seien gezwungen, diese höheren Kosten weiterzugeben.

Andrea Kirchhoff vom Verband des Deutschen Blumen-, Groß- und Importhandels nennt weitere Gründe: „Die Produktionsfläche für in Deutschland gezüchtete Schnittblumen nimmt kontinuierlich ab, was Importe notwendig macht.“ Sie verweist auf gestiegene Transportkosten und die in Krisenzeiten wachsende Konkurrenz um Transportkapazitäten. Auch dies treibe die Preise in die Höhe.

Demografie und veränderte Wahrnehmung

Die sinkende Nachfrage hat laut Kirchhoff auch mit der demografischen Entwicklung und dem Verschwinden von Blumen aus dem Alltag zu tun. Dies sei unter anderem auf den Rückgang von Blumengeschäften und öffentlichen Blumendekorationen zurückzuführen.

Beliebteste Blumen und Ausgaben

Trotz geringerer Mengen gaben Käufer 2025 im Schnitt 64,64 Euro für Schnittblumen aus – etwa drei Prozent mehr als im Vorjahr, bedingt durch die höheren Preise. Die mit Abstand beliebteste Schnittblume bleibt die Rose: Auf sie entfallen 42 Prozent der Gesamtausgaben, gefolgt von der Tulpe mit 13 Prozent und der Chrysantheme mit 11 Prozent.

Einkaufsorte im Wandel

Die meisten Schnittblumen werden in Supermärkten und Discountern gekauft, ihr Mengenanteil liegt bei etwa zwei Dritteln. Der Rest entfällt auf Blumenläden, Gartencenter und Tankstellen. Die Absatzrückgänge im Lebensmittelhandel und im Blumenfachhandel waren laut YouGov ähnlich hoch; eine Verschiebung zwischen den Vertriebswegen sei nicht festzustellen.

Nach Angaben des Fachverbandes Deutscher Floristen gibt es in Deutschland derzeit rund 8.000 Blumenläden – vor zehn Jahren waren es noch etwa 12.000.

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