Abi-Stress und Bildungslücken: Zwischen Feierlaune und Lehrermangel in Sachsen-Anhalt
Abi-Stress und Bildungslücken in Sachsen-Anhalt

Zwischen Abi-Feiern und Bildungskrise: Ein Wochenende in Sachsen-Anhalt

Der letzte Schultag wird heute nicht einfach nur begangen, sondern als großes Ereignis zelebriert. Während früher höchstens kleiner Schabernack auf dem Schulhof stattfand, finden heute Abschlusspartys in ganz anderen Dimensionen statt. In Halle feiern die Abiturienten traditionell auf der Peißnitzinsel – mit Livebands und speziellen Awareness-Teams, die für einen sicheren Rahmen sorgen. Das Abitur macht man schließlich nur einmal im Leben und feiert später die runden Jubiläen. Für die Autorin stehen in diesem Jahr bereits 30 Jahre seit ihrem eigenen Abschluss an.

Der Ernst beginnt: Abiturprüfungen starten

Für die Abiturienten in Sachsen-Anhalt wird es ab nächster Woche ernst. Am Dienstag beginnen die Prüfungen mit dem Fach Geschichte. Dazu hat die Redaktion spannende Texte vorbereitet, darunter die provokante Frage: Würden Sie das Geschichts-Abitur heute noch bestehen? Auch für Mathematik bietet die Zeitung einen Selbsttest an – mit dem warnenden Hinweis, dass dieser durchaus wehtun könnte.

Passend zu dieser Thematik wurde der bekannte Netzlehrer Bob Blume interviewt, der regelmäßig das deutsche Bildungssystem als Bildungskatastrophe kritisiert. In der kommenden Ausgabe der Mitteldeutschen Zeitung stellt er die grundsätzliche Frage: Brauchen wir das Abitur überhaupt noch? Seine provokanten Thesen werden sicherlich für Diskussionsstoff sorgen.

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Dramatischer Lehrermangel und Unterrichtsausfall

Die Situation an den Schulen ist alarmierend. Sachsen-Anhalt beschäftigt mittlerweile fast 500 Lehrkräfte ohne abgeschlossenes Lehramtsstudium. Wie dramatisch sich dieser Mangel auswirkt, zeigt ein Beispiel aus dem persönlichen Umfeld der Autorin: Ihre Tochter, die die 7. Klasse eines Hallenser Gymnasiums besucht, hatte im ersten Halbjahr rund 180 Stunden Unterrichtsausfall. Davon konnten lediglich etwa 60 Stunden vertreten werden, wie der Schuldirektor mitteilte. Langzeiterkrankungen in Kernfächern wie Deutsch, Englisch und Mathematik werden als Hauptgründe genannt.

Besonders bedenklich ist, dass diese Schülergeneration ihre Schulzeit während der Corona-Pandemie begann – mit halben Schuljahren, plötzlichen Schließungen, Homeschooling-Phasen und nun dem anhaltenden Lehrermangel. Diese Kinder tragen einen Bildungsrucksack, der immer schwerer wird, und die gesellschaftlichen Folgen werden noch schmerzhaft zu spüren sein.

Internationale Hoffnungsschimmer am Horizont

Trotz der bildungspolitischen Herausforderungen gibt es auch positive Nachrichten. Die rechtsextreme Aktivistin Marla-Svenja Liebich wurde in Tschechien festgenommen. Auf internationaler Ebene zeigen sich kleine Hoffnungsschimmer: Ein zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den USA unter Donald Trump und dem Iran wurde vereinbart, und sogar Russlands Präsident Wladimir Putin wünschte sich anlässlich des orthodoxen Osterfestes eine Feuerpause in den aktuellen Konflikten.

Wochenendrätsel: Die Artemis-II-Mondmission

Zum Abschluss des Wochenrückblicks gibt es wie immer eine Quizfrage. Die Artemis-II-Astronauten sollen am Wochenende zur Erde zurückkehren – mit zahlreichen wissenschaftlichen Beobachtungen im Gepäck, darunter kaum bekannte Mondkrater, eine Sonnenfinsternis und Meteoriteneinschläge, die Forschern neue Erkenntnisse versprechen.

Die Mitglieder der Mondmission Artemis II kamen dem Erdtrabanten so nahe wie noch nie zuvor Menschen. Ihr Hauptziel war:

  1. Eine Landung auf der Mondrückseite
  2. Die erste Mondumrundung seit dem Jahr 1972
  3. Erstmals die verborgene dunkle Seite zu fotografieren und zu untersuchen

Die Auflösung dieses Rätsels finden Sie wie gewohnt am Sonnabend in Ihrer Mitteldeutschen Zeitung. Wir wünschen allen Lesern ein sonniges und erholsames Wochenende.

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