Neubrandenburg startet Bildungsinitiative für benachteiligte Stadtviertel
In Neubrandenburg wird die Bildungsoffensive mit einem neuen Projekt in Stadtvierteln fortgesetzt, die von Armut betroffen sind. Die sogenannte Pädagogische Werkstatt ist Teil des Programms Ein Quadratkilometer Bildung, das bereits seit einem Jahrzehnt in der Oststadt der Stadt erfolgreich läuft und nun auf weitere Standorte ausgeweitet wird.
Vernetzung lokaler Bildungsakteure
Das Projekt zielt darauf ab, Kinder und Jugendliche in benachteiligten Gemeinden zu unterstützen, indem es lokale Bildungsakteure vernetzt. Dazu gehören Schulen, Kitas, Horte, Ehrenamtliche, Eltern sowie Vertreter von Migrantenorganisationen, Sportvereinen, Bibliotheken und Musikschulen. Bildungsministerin Simone Oldenburg betont: Das Projekt ist ein Zeichen dafür, dass gute Bildung überall möglich ist.
Im Reitbahnviertel von Neubrandenburg liegt der Fokus auf dem Übergang von der Kita in die Schule. Ein spezieller Übergangskalender bündelt Aktionen für Kinder, Eltern und Fachkräfte, während Lesepaten die Sprach- und Leseförderung verstärken. Die Schuleingangsuntersuchung wurde durch Kompetenzportfolios ersetzt, um individuelle Stärken besser zu erfassen.
Erweiterung auf neue Standorte
Mit den neuen Standorten in Neubrandenburg Nord, Barth und Wismar gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nun fünf von bundesweit 19 Orten, die an dem Programm teilnehmen. Die pädagogischen Werkstätten organisieren ein lokales Bildungsnetzwerk rund um eine Schlüsselschule in einem Umkreis von etwa einem Quadratkilometer.
Die inhaltlichen Schwerpunkte werden vor Ort festgelegt und können Themen wie Übergangsgestaltung, Inklusion, Sprachbildung und digitale Bildung umfassen. Ziel ist es, die Bildungssprache zu fördern, Vielfalt anzuerkennen, Eltern einzubinden und passgenaue Lernangebote sowie Methoden zur Stressbewältigung bereitzustellen.
Finanzierung und langfristige Zusammenarbeit
Die Finanzierung der Werkstatt erfolgt in der Regel durch das Land, die Kommune und Stiftungen. Für die Einrichtung in Neubrandenburg Nord stehen rund 90.000 Euro zur Verfügung, wovon etwa 60.000 Euro aus dem Startchancen-Programm stammen und für Personalkosten vorgesehen sind. Angestrebt wird eine Zusammenarbeit über bis zu zehn Jahre, um nachhaltige Effekte zu erzielen.
Das Projekt ist im Startchancen-Programm von Mecklenburg-Vorpommern verankert und wird als gemeinsame Initiative des Bildungsministeriums, der Stadt Neubrandenburg und der Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung umgesetzt. Die RAA – Demokratie fungiert als Träger der pädagogischen Werkstatt.
Erste Erfolge sind bereits in der Neubrandenburger Oststadt sichtbar, wo das Programm seit zehn Jahren läuft. Dies unterstreicht das Potenzial der Initiative, Bildungsungleichheiten zu reduzieren und Chancengerechtigkeit in benachteiligten Stadtvierteln zu stärken.



