Volksinitiative in Brandenburg: Bündnis fordert kostenloses Schulessen für Grundschüler
In Brandenburg hat ein breites Bündnis eine Volksinitiative gestartet, die sich für ein kostenloses Schulessen für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 einsetzt. Das Vorhaben wird vom bekannten Politiker Gregor Gysi von der Linken anwaltlich unterstützt und benötigt mindestens 20.000 gültige Unterschriften, um im Landtag behandelt zu werden.
Kampf gegen Kinderarmut und soziale Ungleichheit
Jane Baneth, Vorständin des Bezirksverbands Potsdam der Arbeiterwohlfahrt (AWO), betont die Dringlichkeit der Initiative: „Es ist ein wirksames Mittel gegen Kinderarmut und stärkt gleichzeitig das sozialen Miteinander im Schulalltag.“ Sie verweist auf alarmierende Beobachtungen: „Wir sehen, dass Kinder teilweise hungrig in die Schule kommen.“ Derzeit kostet ein Schulessen zwischen vier und fünf Euro, was für Eltern mit zwei Kindern monatliche Ausgaben von 170 bis 200 Euro bedeutet – eine finanzielle Belastung, die viele Familien kaum stemmen können.
Ziele und Hintergründe der Initiative
Das Bündnis fordert nicht nur die Gebührenfreiheit, sondern auch ein gesundes Mittagessen, das die Ernährungssicherheit und das Wohlbefinden der Kinder verbessern soll. Sobald die erforderliche Anzahl an Unterschriften gesammelt ist, muss sich der Brandenburger Landtag mit dem Anliegen auseinandersetzen. Dies ist bereits der zweite Anlauf: Eine ähnliche Volksinitiative im Jahr 2024 scheiterte an Formfehlern, doch nun kann ein Jahr lang erneut gesammelt werden.
Politische und gesellschaftliche Relevanz
Die Initiative unterstreicht die wachsende Bedeutung von Bildungsgerechtigkeit und sozialer Unterstützung in der Region. Durch die Einbindung von Gregor Gysi erhält sie zusätzliche politische Schlagkraft. Experten sehen in kostenlosen Schulmahlzeiten einen wichtigen Schritt, um Bildungsbarrieren abzubauen und die Chancengleichheit zu fördern, insbesondere in wirtschaftlich schwächeren Haushalten.
Die Debatte um kostenloses Schulessen gewinnt bundesweit an Fahrt, doch Brandenburg könnte mit dieser Volksinitiative eine Vorreiterrolle einnehmen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die nötige öffentliche Unterstützung mobilisiert werden kann, um das Thema auf die politische Agenda zu setzen.



