Einstein-Tag in Angermünde: Wissenschaft zum Anfassen für 180 Schüler
Total genial und inspirierend: Das Einstein-Gymnasium in Angermünde ehrt seinen berühmten Namenspatron jedes Jahr mit einer besonderen Gala. In diesem Jahr erlebten 180 Schülerinnen und Schüler Wissenschaft in unterhaltsamen und greifbaren Portionen. Die Veranstaltung fand traditionell nahe dem Geburtstag des weltberühmten Physikers Albert Einstein statt, der am 14. März 1879 in Ulm geboren wurde.
Von scharfen Soßen bis zur abhörsicheren Kommunikation
Das Programm bot vielfältige Einblicke in aktuelle Forschung. Professor Dr. Klaus Roth von der Freien Universität Berlin hielt einen faszinierenden Vortrag zur Chemie der Schärfe in Paprika-Gewächsen – inklusive einer Verkostung besonders scharfer Soßen, die bei manchen Teilnehmern sogar Tränen in die Augen trieb. Anschließend fand zum bereits dritten Mal ein spannender Science Slam statt, bei dem Wissenschaftler ihre Themen unterhaltsam und verständlich präsentierten.
Das Publikum bestimmte dabei, wer sein Thema am besten vermittelte. Dr. Luisa Esguerra Rodríguez von der Technischen Universität Berlin zeigte, wie sich Licht in Atomen speichern lässt. Susanna Quach, Doktorandin an der Berliner Charité, erklärte die Entstehung von Mini-Organen aus Stammzellen. Der Seismologe Thoralf Dietrich von der Universität Potsdam machte sichtbar, was Messinstrumente bei Erdbeben, Vulkanen, Gletschern oder sogar beim Wind tatsächlich erfassen.
Quantenphysik siegt beim Science Slam
Den Sieg des Science Slams errang schließlich Dr. Daniel Vajner von der Technischen Universität Berlin. Sein Beitrag erklärte anschaulich, wie Quantenphysik zu absolut abhörsicherer Kommunikation führen kann. Damit gab er den Schülern einen greifbaren Ausblick darauf, wie Quantenkommunikation unsere digitale Zukunft sicherer machen könnte. Die Präsentation verband theoretische Physik mit praktischer Anwendung und begeisterte das junge Publikum.
Brücke zwischen Wissenschaft und Region
Die gesamte Veranstaltung am Einstein-Gymnasium wurde von der Präsenzstelle Schwedt ermöglicht. Diese Einrichtung versteht sich als zentrale Anlaufstelle für die acht Hochschulen und mehr als 19 Forschungseinrichtungen in Brandenburg. Sie organisiert regelmäßig wissenschaftliche Veranstaltungen wie Science Slams und Vorlesungen für die Öffentlichkeit, informiert über Studienmöglichkeiten in der Region und unterstützt die Kontaktanbahnung zwischen Unternehmen und Wissenschaft.
Elise Fräulein, Sprecherin der Präsenzstelle Schwedt, betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Der Einstein-Tag zeigte eindrucksvoll, wie Einsteins Worte von 1930 heute noch relevant sind: „Der Urquell aller technischen Errungenschaften ist die göttliche Neugier und der Spieltrieb des bastelnden und grübelnden Forschers.“ Diese Neugier wurde bei den Schülern in Angermünde erfolgreich geweckt und gefördert.



