Schulcampus in Strasburg: Bürgermeister setzt auf neue Lösung
In Strasburg steht eine grundlegende Entscheidung zur Zukunft der Schullandschaft an. Bürgermeister Klemens Kowalski (parteilos) favorisiert einen gemeinsamen Schulcampus, der die geplante Sanierung der Grundschule „Rote Schule“ und den Neubau der Regionalen Schule obsolet machen würde. Diese Pläne waren von den Stadtvertretern im Jahr 2023 nach intensiver Diskussion beschlossen worden. Nun liegt den Ausschüssen der Stadtvertretung eine Beschlussvorlage vor, die am 12. Mai gemeinsam beraten wird.
Geänderte Förderkulisse als Treiber
„Die Förderkulisse für Schulbauten hat sich verändert. Kleine Schulen auf dem Land sollen erhalten bleiben, wobei ein Schulcampus in der Förderung bevorzugt wird“, erläutert Kowalski. Daher müssten nun die Weichen neu gestellt werden. Auch andere Kommunen diskutierten über Schulneubauten. Die Stadtvertreter hätten die Möglichkeit, die damalige Entscheidung zu revidieren, da für die bisherigen Varianten keine oder nicht ausreichende Fördergelder zur Verfügung stünden.
Standortfrage noch offen
Mit dem Campus solle der Schulstandort Strasburg dauerhaft gesichert werden. „Wenn die Stadtvertreter an dem bisherigen Beschluss festhalten, müssen wir diesen Weg gehen. Das wird dann aber ein noch härterer Weg und sehr herausfordernd“, warnt der Bürgermeister. Emotionen, etwa wegen der 130-jährigen Geschichte der Grundschule, seien ein schlechter Berater. Das Gebäude könne weiterhin als Bildungsstandort in anderem Rahmen genutzt werden. Ein erster Spatenstich für den Campus sei realistisch im Jahr 2029. Ein möglicher Standort sei noch offen, eine Vorplanung habe es bereits 2023 gegeben.
Mängel an den bestehenden Schulen
Derzeit erfülle keine der beiden Schulen die Anforderungen an einen modernen Bildungsstandort. Bei der Grundschule würden 12 von 16 geprüften Anforderungen nicht erfüllt, bei der Regionalen Schule seien es 9 von 16. Investitionsmittel des Bundes für die Grundschule könnten nicht abgerufen werden, da nur in moderne, klimagerechte, barrierefreie und qualitätvolle Bildungsinfrastruktur investiert werde.
Kostenvergleich über den Lebenszyklus
Die Investitionen für einen Schulcampus lägen mit 15,5 bis 20,1 Millionen Euro um etwa zwei bis drei Millionen Euro höher als die getrennte Lösung. Über einen Lebenszyklus von 40 Jahren sei der Campus jedoch um fünf bis sieben Millionen Euro günstiger, vor allem aufgrund niedrigerer Betriebskosten. Sollten die Ausschüsse und die Stadtvertreter zustimmen, wird die Stadtverwaltung beauftragt, eine Bedarfsanalyse und ein Raumprogramm zu erarbeiten, die Vorplanung vorzubereiten und geeignete Förderprogramme zu erschließen.



