23. Sponsorenlauf in Sternberg: Jede Runde zählt für die Schule
Von den Zuschauerrängen der Tartanbahn schallten laute Anfeuerungsrufe und begeisterter Applaus über den Platz. Der 77-jährige Roland Ebeling feuerte seinen zehnjährigen Enkel Henry an – einer von insgesamt 140 Teilnehmern beim 23. Sponsorenlauf der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sternberg. Die Veranstaltung fand am Sonnabend auf dem Sternberger Sportplatz statt und wurde erneut vom Förderverein der Schule organisiert.
Förderverein sammelt Spenden für Schülerprojekte
Johannes Pacholski, Vorsitzender des Fördervereins, erläuterte das Konzept: „Die gesamten Vorbereitungen für diesen Sponsorenlauf beginnen bereits gut drei Monate vorher. Die Schüler müssen sich Sponsoren suchen, die eine selbst bestimmte Summe pro gelaufene Runde finanzieren.“ Der komplette Erlös komme dem Förderverein zugute und werde eins zu eins für Projekte der Schüler eingesetzt. Unterstützt werden damit unter anderem:
- Fahrten zum Bundeswettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“, dem mit etwa 800.000 Teilnehmern weltgrößten Schulsportwettbewerb in Deutschland
- Theaterfahrten nach Schwerin, Güstrow und Rostock
- Kulturworkshops in Schwerin
Neben Schülern nahmen auch Eltern, Großeltern und Sponsoren an dem Lauf teil. Innerhalb von zwei Stunden absolvierten sie so viele Runden wie möglich. 25 freiwillige Helfer – Lehrer, Eltern und Vereinsmitglieder – zählten dabei jede einzelne Runde akribisch mit.
Gemeinschaftsaktion mit breiter Unterstützung
Die Stadt Sternberg stellte den Sportplatz zur Verfügung, der Bauhof brachte Bänke und Tische. Örtliche Unternehmen leisteten ebenfalls wertvolle Unterstützung: Der Brandschutzservice Borat stellte Zelte bereit, die gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Sternberg aufgebaut wurden. Edeka Rauth sponserte Obst und Wasser für alle Teilnehmer.
Besonders engagiert zeigten sich die Zwölftklässler der Schule. Sie verkauften Kuchen, Bratwurst, Kaffee und kalte Getränke – der Erlös fließt in ihre Abikasse. Tineke Taubhorn (18) erklärte: „Solche Aktionen machen wir seit der 11. Klasse, meist auf Dorf- oder Kinderfesten. Jetzt sind wir im Abi-Endspurt, das wird wohl unsere letzte Aktion.“
Steigende Kosten gefährden Schulfahrten
Sportlehrer Martin Froberg verfolgte das Geschehen von erhöhter Position aus und unterstützte seine Tochter Lillian (11) als Sponsor. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Einnahmen: „Ich bin natürlich sehr daran interessiert, dass der Förderverein so viel Geld wie möglich einnimmt, da dieser wiederum viele Sportveranstaltungen von uns unterstützt. Die größte ist die Fahrt zum Bundeswettbewerb ‚Jugend trainiert für Olympia‘. Der Bus nach Plau kostet 800 Euro, vor einigen Jahren waren es noch 300 Euro. Heutzutage können wir teilweise zu den Veranstaltungen gar nicht mehr fahren.“
Froberg verwies auf zahlreiche Sportveranstaltungen wie Fußball und Handball, die gefördert werden müssten. „Nächstes Jahr findet der Leichtathletikwettbewerb Gott sei Dank bei uns statt“, fügte er erleichtert hinzu.
Bemerkenswerte sportliche Leistungen
Einige Teilnehmer zeigten außergewöhnliche Kondition: Arvid Menzlin aus der 5. Klasse absolvierte nach 33 Minuten bereits 15 Runden, nach 50 Minuten waren es 24. Kenny Zabel (10. Klasse) erreichte nach 35 Minuten die 16. Runde, Mattis Tolla (8. Klasse) kam nach 50 Minuten auf 25 Runden.
Ingrid Kuhlmann aus Dabel bewies mit ihren 73 Jahren besonderen Einsatz: Sie unterstützte ihre Enkel Arthur und Klara nicht nur finanziell, sondern ging auch selbst mehrere Runden mit.
Auswertung und Siegerehrung stehen noch aus
Wer am Ende die meisten Runden in den einzelnen Klassenstufen schaffte und wie hoch die Gesamtsumme für den Förderverein ausfällt, steht noch nicht fest. Johannes Pacholski betonte, dass die Auswertung Zeit benötige. Die Siegerehrung soll in etwa zwei Wochen stattfinden, ein konkreter Termin steht jedoch noch aus.
Der 23. Sponsorenlauf in Sternberg demonstrierte einmal mehr, wie Schulgemeinschaften durch gemeinsame Anstrengungen wichtige Projekte realisieren können – besonders in Zeiten steigender Kosten für Bildungseinrichtungen.



