Wissenschaft zum Anfassen: Perleberger Gymnasium lädt zum Tag der Wissenschaften
„Die Universität ist nicht nur etwas für kleine Einsteins, sondern eine ganz realistische Option“, betonte Felix Mundt, Schulleiter des Gottfried Arnold Gymnasiums in Perleberg. Beim bereits neunten Tag der Wissenschaften hatten Schüler der Jahrgangsstufen neun bis zwölf am Freitag die Gelegenheit, in unterschiedliche Themenwelten der Wissenschaft einzutauchen. „Wir haben allein neun Vortragende aus der Akademie der Wissenschaften in Berlin“, berichtete der Schulleiter mit sichtlichem Stolz.
Vielfältiges Programm von Archäologie bis Optik
Um 9 Uhr versammelte sich die Schülerschaft im Eingangsbereich des Gymnasiums, wo Listen mit verschiedenen Vortragsthemen aushingen. Die Schüler mussten sich in diese Listen eintragen – einige hatten dies bereits am Vortag erledigt, während andere schauen mussten, wo noch freie Plätze verfügbar waren. Zur Auswahl stand ein breites Themenspektrum, das von klassisch akademischen Vorlesungen wie „Grüne Gentechnik“ bei Professor Thomas Börner bis hin zur allgemeinen Berufsorientierung reichte.
Gordon Thalmann und Torsten Geue, die für den Landkreis Prignitz im Bereich Denkmalschutz und Archäologie tätig sind, boten den Schülern eine faszinierende Zeitreise durch die Geschichte der Prignitz. Sie erklärten verschiedene archäologische Arbeitsmethoden und präsentierten Ergebnisse von Forschungsprojekten, darunter das Großsteingrab Mellen, das Königsgrab Seddin sowie andere frühgeschichtliche und mittelalterliche Funde. „Wir versuchen, ein Stück weit zu erinnern – Wo kommt man her? Wo will man hin? Und natürlich auch für die Region ein bisschen zu werben“, erläuterte Thalmann nach seinem Vortrag.
Praktische Einblicke in Berufsfelder
Ganz andere Eindrücke vermittelte das „Team Sehwerk“ in der Bäckerstraße. Bei den Optikern gab es einen umfassenden Querschnitt durch die Augenoptik, und der Betrieb kommunizierte explizit, dass aktuell noch nach Auszubildenden gesucht wird. Somit bot der Tag der Wissenschaften nicht nur akademische Perspektiven, sondern auch konkrete Berufsorientierung. Weitere potenzielle Arbeitgeber wie die Bundespolizei und das Kreiskrankenhaus Prignitz präsentierten sich ebenfalls mit ihren Karrieremöglichkeiten.
Universitätsprofessoren hielten akademische Vorlesungen zu offenen Fragen der Mathematik, Geschichte oder Gesundheitsthemen. Besonders bemerkenswert war die Anwesenheit von zwei ehemaligen Schülern des Gymnasiums, Christian Kallis und Tanja Dinnis, die ebenfalls als Redner auftraten. Auch einige Lehrkräfte beteiligten sich aktiv am Programm.
Berufsorientierung im Fokus
„Im Großen und Ganzen ist es ein Teil unserer Berufsorientierung. Die Berufsorientierung für Abiturienten“, erklärte Schulleiter Mundt den zentralen Zweck der Veranstaltung. Es gehe darum, den Schülern zu zeigen, was in der Welt der Wissenschaft alles möglich ist und welche akademischen Felder für sie in Frage kommen könnten.
Mit Blick auf das bevorstehende zehnjährige Bestehen der Veranstaltung im nächsten Jahr kündigte Schulleiter Mundt an: „Wir werden uns etwas Besonderes überlegen.“ Die Veranstaltung hat sich somit als fester und wertvoller Bestandteil des Schullebens etabliert, der Schülern nicht nur Abwechslung vom Schulalltag bietet, sondern auch wichtige Impulse für ihre Zukunft gibt.



