Feierlicher Amtsantritt im Zeichen des Jubiläums
Die Technische Universität Berlin hat ihre neue Präsidentin, Fatma Deniz, in einem festlichen Akt offiziell in ihr Amt eingeführt. Die Zeremonie fand am Donnerstag im historischen Audimax der Universität statt und fiel mit einem bedeutenden Meilenstein zusammen: dem 80-jährigen Bestehen der renommierten Bildungseinrichtung.
Eine Mathematikerin mit internationaler Biografie
Die 43-jährige Mathematik-Professorin hatte ihr Amt bereits am 1. April 2026 offiziell angetreten. Fatma Deniz, die in der Türkei aufwuchs, absolvierte ihr Informatikstudium an der Technischen Universität München. Seit dem Jahr 2023 ist sie als Professorin für Informatik an der TU Berlin tätig und bringt damit sowohl fachliche Expertise als auch internationale Erfahrung in ihre neue Führungsrolle ein.
Historischer Neuanfang nach dem Krieg
Der Amtsbeginn von Präsidentin Deniz fällt mit einem besonderen historischen Datum zusammen: Vor genau 80 Jahren, im Jahr 1946, wurde die TU Berlin im zerstörten Nachkriegs-Berlin neu gegründet. Obwohl es Vorgängereinrichtungen gab, die bis ins 18. Jahrhundert unter König Friedrich II. zurückreichen, entschied sich die Universität bewusst für einen symbolischen Bruch mit der NS-Vergangenheit. Statt einer Wiedereröffnung feierte man daher eine Neugründung, die den demokratischen Neuanfang markieren sollte.
Das Audimax als Spiegel der Universitätsgeschichte
Der Ort des Festakts, das Audimax, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die eng mit der Entwicklung der TU Berlin verwoben ist:
- Im Februar 1968 hielt der Studentenführer Rudi Dutschke beim Internationalen Vietnamkongress vor etwa 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine bedeutende Rede.
- Der Deutsche Bundestag tagte 1955 erstmals in Berlin – und zwar im physikalischen Hörsaal der Universität.
- An der TU Berlin wurde 1978 die erste Informatik-Professur im deutschsprachigen Raum von einer Frau besetzt: Christiane Floyd übernahm diese Pionierrolle.
Gegenwart und Zukunft: Große Herausforderungen
Im Jahr 2026 steht die Technische Universität Berlin vor erheblichen strukturellen und finanziellen Herausforderungen:
- Viele Universitätsgebäude sind in einem maroden Zustand, was den Lehr- und Forschungsbetrieb beeinträchtigt.
- Der Sanierungsstau beläuft sich auf die immense Summe von 2,4 Milliarden Euro.
- Gleichzeitig muss die Universität sparen: Bis Ende 2028 müssen dauerhaft Einsparungen in Höhe von 65 Millionen Euro realisiert werden.
Präsidentin Fatma Deniz übernimmt damit die Führung einer traditionsreichen Institution in einer Phase, die sowohl von historischer Reflexion als auch von zukunftsweisenden Entscheidungen geprägt ist. Ihre Amtszeit beginnt im Spannungsfeld zwischen Jubiläumsfeierlichkeiten und dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen.



