Neue Perspektiven für die Kreismusikschule in Wismar
Für die Kreismusikschule in Wismar zeichnet sich eine deutlich kostengünstigere Übergangslösung ab. Ursprünglich war geplant, für mehr als 500 Schüler einen Containerbau auf dem Gelände des Berufsschulzentrums Nord zu errichten. Nun stehen jedoch zwei bestehende Gebäude in der Hansestadt zur Diskussion, die eine wirtschaftlichere Alternative darstellen könnten.
Hintergrund: Sanierungsbedürftiges Gebäude erfordert Umzug
Der Umzug der Kreismusikschule wird notwendig, weil das aktuelle Gebäude am Turnplatz erhebliche bauliche Mängel aufweist und dringend saniert werden muss. Der bestehende Nutzungsvertrag läuft daher im August 2027 aus. Um Planungssicherheit zu gewährleisten, hatte der Kreistag im Oktober vergangenen Jahres zunächst den Beschluss für einen temporären Ersatzbau in Containerbauweise gefasst.
Inzwischen haben sich jedoch neue Möglichkeiten ergeben: Mitarbeiter der Kreisverwaltung und der Hansestadt sowie der Leiter der Kreismusikschule haben zwei potenzielle Objekte besichtigt. Dabei handelt es sich um das DRK-Gebäude in der Hans-Grundig-Straße und das Kinder- und Jugendfreizeitzentrum in der Friedrich-Techen-Straße.
Wirtschaftliche Vorteile der neuen Optionen
Die beiden Gebäude bieten nicht nur mehr Raum, sondern sind auch deutlich kostengünstiger als die ursprünglich geplante Containerlösung. Ein Vergleich verdeutlicht die Unterschiede:
- Containerlösung: Etwa 480 Quadratmeter für fünf Jahre zu Kosten von rund 3,4 Millionen Euro
- DRK-Gebäude: 618 Quadratmeter für etwa 2,6 Millionen Euro
- Friedrich-Techen-Straße: 645 Quadratmeter für nur rund 1,4 Millionen Euro
Unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, organisatorischer und zeitlicher Rahmenbedingungen stellt die Anmietung der Räume in der Friedrich-Techen-Straße derzeit die wirtschaftlichste und zweckmäßigste Lösung dar.
Umbauarbeiten und Verfügbarkeit
Wie Landrat Tino Schomann erläuterte, sind für das Gebäude in der Friedrich-Techen-Straße zwar Umbauarbeiten notwendig, diese halten sich jedoch in überschaubaren Grenzen. Erforderlich ist insbesondere der Ausbau des Dachgeschosses inklusive entsprechender Akustikmaßnahmen, um alle Unterrichtsangebote – mit Ausnahme des Tanzunterrichts – vorhalten zu können.
Den Unterlagen zufolge könnte das Gebäude bereits ab Januar 2027 genutzt werden. Die notwendigen Umbau- und Instandhaltungsmaßnahmen könnten noch in diesem Jahr geplant und begonnen werden.
Temporäre Lösung bei hoher Nachfrage
„Die Friedrich-Techen-Straße geht nur temporär, nicht dauerhaft, um das Angebot und das Ensemble, das die Musikschule abbildet, auch dauerhaft abbilden zu können“, betonte Landrat Tino Schomann. Die Nachfrage nach Musikunterricht ist enorm: Aktuell stehen mehr als 600 Schüler auf der Warteliste der Kreismusikschule.
Langfristig soll die Musikschule nach einer Sanierung am derzeitigen Standort der Kreisvolkshochschule in der Straße Badstaven ihren neuen Heimatort finden. Für die Volkshochschule muss dann wiederum ein neuer Standort gefunden werden.
Beschlusslage und Voraussetzungen
Der Kreistag hat sich inzwischen gegen die Errichtung eines Containerbaus entschieden – unter der Bedingung, dass ein Mietvertrag für das Gebäude in der Friedrich-Techen-Straße bis Januar 2027 für die temporäre Nutzung durch die Kreismusikschule „Carl Orff“ abgeschlossen wird. Voraussetzung bleibt, dass diese Lösung wirtschaftlicher ist als der temporäre Ersatzbau in Containerform.
Diese Entwicklung markiert einen wichtigen Schritt für die Zukunft der musikalischen Bildung in der Region und zeigt, wie durch flexible Lösungsansätze sowohl pädagogische als auch finanzielle Interessen in Einklang gebracht werden können.



